Wie viele kostet eine Private Krankenversicherung?

Für Selbständige, Beamte und Angestellte mit entsprechendem Einkommen stellt sich die schwierige Entscheidung, ob sie in ihrer gesetzlichen Krankenkasse bleiben oder den Wechsel in eine Privatversicherung wagen. Eine der grundlegenden Fragen ist dabei „Wie viele kostet eine Private Krankenversicherung überhaupt“?

Wer kann sich überhaupt privat versichern?

Bevor man einen Blick auf die Kosten einer Privaten Krankenversicherung werfen kann, muss kurz erläutert werden, wer überhaupt eine solche Versicherung in Anspruch nehmen darf. Grundsätzlich können sich Selbstständige, Beamte und Freiberufler privat versichern lassen.

Für Angestellte kann dies erst realisiert werden, wenn diese ein Einkommen haben, welches für 2014 bei 53.550 Euro im Jahr liegen muss.

Erst wer diese Summe verdient, erreicht die sogenannte Versicherungspflichtgrenze und darf dann die gesetzliche Krankenkasse verlassen, um sich privat versichern zu lassen.

6 Vorteile der Privaten Krankenversicherung:


  1. Beiträge richten sich nicht nach der Höhe des Einkommens
  2. freie Arztwahl
  3. freie Wahl der Zusatzleistungen, beispielsweise für den Zahnersatz
  4. deutlich kürzere Wartezeiten bei Terminen und Behandlungen
  5. teilweise Rückerstattung von Beträgen, bei sehr gesundem und Kosten-schonendem Verhalten
  6. bessere Behandlung in Krankenhäusern und REHA Kliniken

Was beeinflusst die Kosten einer Privaten Krankenversicherung?

PKV Online-Kostenrecherche
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Wie und in welcher Höhe die Beiträge zu zahlen sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Generell werden die Beiträge nach dem Geschlecht, dem Alter als auch nach dem gesundheitlichem Zustand errechnet. Experten raten daher nur zu einer Privaten Krankenversicherung, wenn man noch relativ jung ist, gesundheitlich keine lange Vorgeschichte vorzuweisen hat und man als Selbstständiger schon etwas länger am Markt etabliert ist. Denn nur dann lassen sich die Beiträge optimal berechnen.
Zudem stehen dem Versicherungsnehmer unterschiedliche Tarifmodelle zur Auswahl, so dass man bei einer Privaten Krankenversicherung durchaus freier entscheiden kann, was und in welchem Umfang abgesichert werden soll. Zudem entscheidet die Höhe der Selbstbeteiligung über die letztendlich zu zahlende Beitragshöhe.

Aus Kostengründe sollten folgende Menschen von einer PKV Abstand nehmen:

  • sie bereits über 70 Jahre alt sind
  • sie erhebliche, gesundheitliche Schäden aufweisen
  • sie mehr als drei Personen mitversichern müssen

2 Tarif-Beispiele im Vergleich

Anhand der folgenden Beispiele werden die Beiträge verglichen, wenn man sich für einen relativ kleinen Basis-Tarif oder einen größeren Premium-Tarif entscheidet:

Beispiel Basis-Tarif: Herr Konrad B. aus Köln ist 37 Jahre alt und seit 10 Jahren selbstständig. Er entscheidet sich für ein Basispaket. Im Falle einer stationären Behandlung kommt Herr B. in ein Mehrbettzimmer und kann nicht auf eine Chefarztbehandlung bestehen. Darüber hinaus werden ihm 75% bis zu 100% der Kosten für eine Zahnbehandlung erstattet und 50% beim Zahnersatz.

Des Weiteren hat der B. eine Selbstbeteiligung in Höhe von 1.250 Euro im Jahr vereinbart. Auf ein Tagegeld im Krankheitsfall hat er ebenfalls verzichtet.

Hierfür zahlt er monatlich 291,54 Euro.

Beispiel Premium-Tarif: Das Premium Paket ist selbstverständlich wesentlich umfangreicher. Es garantiert die Unterbringung im Ein-Bettzimmer als auch die Behandlung vom Chefarzt. Darüber hinaus stehen einem 100% der Kostenerstattung für die Zahnbehandlung zu als auch mindestens 75% für den Zahnersatz. Herr Wolfgang K. hat sich außerdem noch für das Krankentagegeld entschieden.

Hierfür zahlt er monatlich 372,51 Euro.

Gesundheit und Geschlecht nehmen Einfluss auf die Kosten

Die Kosten der Privaten Krankenversicherung werden zum einen aus den gewünschten Leistungen ermittelt und zum anderen anhand von Geschlecht und Gesundheitszustand. Fiktiv betrachtet können sich junge Menschen, die kerngesund sind und keine Ansprüche an besondere Leistungen stellen eine PKV bereits für unter 80,00 Euro im Monat abschließen.

Ältere und gesundheitlich schon angeschlagene Menschen hingegen müssen mit enormen Beiträgen rechnen, die nicht selten unter 300,00 Euro im Monat liegen.

Männer können sich im übrigen meist günstiger versichert, als Frauen. Das liegt daran, dass Frauen aufgrund der Tatsache, dass Schwangerschaften und Geburten hinzukommen können, für deutlich höhere Kosten sorgen.

Inzwischen bieten einige Private Krankenversicherungen einen sogenannten Unisex-Tarif an, welcher unabhängig vom Geschlecht abgeschlossen werden kann.

Wie man die richtige PKV findet

Um wirklich in den Genuss guter Leistungen und bezahlbarer Beiträge kommen zu können, ist ein Vergleich der einzelnen Tarife ein absolutes Muss. Idealerweise verschafft man sich zuerst selbst einen Überblick, um überhaupt in Erfahrung bringen zu können, welche Versicherungen es gibt und mit welchen Leistungen sie aufwarten können. Anschließend sollte ein professioneller und individueller Vergleich durch einen unabhängigen Experten vorgenommen werden, denn nur  dann kann ein wirklich objektiver Angebotsvergleich durchgeführt werden.

Zu den großen Privatversicherungen zählen z.B.:

  • Hanse Merkur
  • Continentale
  • ARAG
  • AXA

Auf den Markt finden sich selbstverständlich noch viele, weitere Versicherungen.

Die Kosten für die Private Krankenversicherung können dahingehend reduziert werden, wenn man beispielsweise auf Leistungen, wie dem Heilpraktiker, Naturheilverfahren, Krankentagegeld und Chefarztbehandlungen verzichtet.

Im Vergleich zur Gesetzlichen sind die Privaten Krankenversicherungen nicht deutlich günstiger. Jedoch bei den Leistungen darf man mehr erwarten und das zu recht.