Wechsel in die PKV: Die Voraussetzungen in 2016

Der Wechsel von den Gesetzlichen Krankenversicherungen in das System der privaten Krankenversicherungen ist 2016 einfacher als in den Vorjahren. Zwar liegt die Jahresentgeltgrenze (JAEG), die Arbeitnehmer für einen Wechsel überschreiten müssen, höher als noch 2015. Dafür sind die restlichen Konditionen unbürokratischer.

Wer darf in die PKV wechseln?

Grundsätzlich steht der Wechsel von den GKV in die PKV den folgenden Gruppen offen:

  • Arbeitnehmern, die mehr als die JAEG verdienen
  • Beamten und Beamtenanwärtern
  • Selbständigen, Existenzgründern und sonstigen Freiberuflern (ausgenommen Künstler und Publizisten)
  • Studenten

Hinweise für Studenten

Studenten müssen sich allerdings innerhalb von drei Monaten nach der Immatrikulation dafür entscheiden, in die private Krankenverrsicherung zu wechseln. Eine Ausnahmeregelung greift für solche Mitglieder der Hochschulen, die in der Familienversicherung über einen Elternteil geschützt werden. Sie können sich während der Familienversicherung jederzeit für einen Wechsel entscheiden. Nach Ablauf der Familienversicherung haben sie drei Monate Zeit, um die in die PKV zu wechseln.

Versperrt ist alten und Langzeitstudenten der Zugang in die private Krankenversicherung. Wer das 30. Lebensjahr vollendet hat, darf nicht wechseln. Gleiches gilt für solche Studenten die sich bereits im 14. Fachsemester befinden.


Hinweise für Arbeitnehmner: Die Jahresentgeltgrenze 2016

Geschäftsmann
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Die JAEG, die in erste Linie für Arbeitnehmer relevant ist, liegt für das Jahr 2016 bei einem Bruttoeinkommen von 56.250 Euro. Dieser Wert entspricht einem Monatseinkommen von 4687,50 Euro. 2015 lag die JAEG noch bei 54.900 Euro. Wer mehr verdient, zählt nicht mehr zu den Pflichtversicherten der GKV. Wichtig ist, dass die 56.250 Euro durch regelmäßige Einkünfte erreicht werden müssen. Einmalige Sonderzahlungen wie beispielsweise ein Bonus dürfen nicht berücksichtigt werden.

Hinweis: Die JAEG entspricht nicht der Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Letztere entspricht dem Wert, den die GKV maximal heranziehen dürfen, um die Prämien zu berechnen. Bis 2002 waren die JAEG und BBG von der Höhe her identisch. Dieser Zusammenhang besteht nicht mehr. Die BBG liegt für 2016 beispielsweise bei 50.850 Euro und damit fast 6000 Euro tiefer als die JAEG.

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Suche nach guter PKV
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Der Wechsel fällt leichter als früher als noch eine dreijährige Haltefrist vor dem Übergang in die PKV gab. Jene wurde 2010 durch eine Novelle des GKV-Finanzgesetzes abgeschafft. Ein einmaliges Überschreiten der JAEG genügt, um eine Wechselberechtigung zu erhalten. Die Kündigung ist sofort möglich, nachdem die GKV darüber informiert hat, dass die Möglichkeit zum Wechsel des Kassensystems besteht. Die gesetzlichen Krankenversicherungen sind dazu verpflichtet, die entsprechende Information schnellstmöglich zuzustellen.

Die Kündigungsfrist beträgt bei den meisten Krankenkassen zwei Monate. In der Regel reicht als Kündigung die Zustellung der Aufnahmebestätigung der PKV an die bisherige Versicherung zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Ein gesondertes Kündigungsschreiben ist nicht notwendig. Das Schreiben der GKV, das man die Versicherung wechseln darf, gibt einem zwei Jahre Zeit, den entsprechenden Schritt zu vollziehen.

Beamten sollten früh wechseln

Beamten bzw. Beamtenanwärter, die sich für eine private Krankenversicherung interessieren, sollten möglichst früh wechseln. Dies gilt insbesondere dann, wenn man Kinder hat. Der Staat ist verpflichtet, großzügige Zuschüsse zu leisten. Für den Hauptversicherten betragen diese mindestens 50% der monatlichen Prämien. Bei den Kindern sind es noch einmal deutlich mehr. Da für den Hauptversicherten sofort mit dem Aufbau der Altersrückstellungen begonnen wird, sollte man möglichst früh den entsprechenden Wechsel machen und den Staat sich beteiligen lassen, um im Alter bestmöglich mit stabilen Beiträgen versichert zu sein.