Umwandlung der Erwerbsminderungsrente in eine Altersrente


Eine frühere Umwandlung der Erwerbsminderungsrente in die reguläre Altersrente ist ab dem vollendeten 60. Lebensjahr unter bestimmten Bedingungen möglich. Jedoch sollte man berücksichtigen, dass ein vorzeitiger Wechsel zu Lasten der Rentenauszahlung gehen kann.

Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

Menschen, die krankheits- oder behinderungsbedingt nur eine bestimmte Anzahl an Arbeitsstunden leisten und ihren Lebensunterhalt nicht (mehr) mit einer beruflichen Tätigkeit bestreiten können, haben Anspruch auf die sogenannte Erwerbsminderungsrente.

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Diese wird je nach möglicher Arbeitsleistung des Rentenempfängers teilweise oder voll ausgezahlt und anhand des Bruttoeinkommens der Rentenbeitragsjahre berechnet. Die volle Erwerbsminderungsrente liegt derzeit bei etwa 30% des durchschnittlichen, vorher bezogenen Bruttoeinkommens.

Ab wann ist ein Rentenumwandlung möglich?

Mit dem Erreichen des Regelrentenalters, d.h. dem 65. Lebensjahr (zukünftig dem 67. Lebensjahr), erfolgt die automatische Umwandlung dieser Rente in das reguläre Altersruhegeld. Ab dem 60. Lebensjahr des Rentenbeziehers ist es möglich auf dessen Antrag die Erwerbsminderungsrente in die Altersrente umzuwandeln.

Der Antrag ist dafür in Schriftform beim zuständigen Rententräger bzw. –versicherer zu stellen. Die Initiative muss dabei vom Versicherten selbst ausgehen.

Rentenkürzung durch frühzeitige Umstellung

Es sollte jedoch vorher geprüft werden, inwieweit die frühzeitige Umwandlung sinnvoll ist. Denn mit ihr ist ein Abschlag von derzeit 0,3% je Monat vor Beginn des Rentenregelalters verbunden. D.h., bei einem Wechsel von der Erwerbsminderungsrente zur Altersrente, wird diese entsprechend prozentual vermindert ausgezahlt. So entsteht beispielsweise zum 64. Lebensjahr ein lebenslanges Rentendefizit von 1,2%.

Der Gesetzgeber legt allerdings trotz bestehender Abschläge fest, dass die Altersrente keinesfalls geringer sein darf als die Rente auf grund einer Erwerbsminderung selbst. Demzufolge ist der frühzeitige Wechsel zum Altersruhegeld meist mit vergleichsweise hohen Verlusten verbunden. Bei einer teilweisen Erwerbsminderung hingegen ist eine frühere Rentenumwandlung oftmals zu empfehlen.

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In der Praxis ist es meist ratsam, etwa ein halbes Jahr vor Vollendung des 60. Lebensjahres beim zuständigen Rentenversicherer nachzufragen, wann hinsichtlich der zu erwarteten Rentenhöhe und der bestehenden Erwerbsminderungsrente eine Umwandlung sinnvoll ist.