Tarifwechsel innerhalb eines PKV-Anbieter

Auch Mitglieder einer privaten Krankenversicherungen (PKV) sind nicht vor Beitragserhöhungen geschützt. Insbesondere ältere Mitglieder müssen deutlich mehr zahlen. Ein Tarifwechsel innerhalb eines PKV-Anbieters kann helfen.

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Gute Gründe für einen Tarifwechsel

Grundsätzlich kommen zwei Gründe in Frage, um den Tarif innerhalb eines PKV-Anbieters zu wechseln:

  1. Sie möchten bei den monatlichen Prämien sparen.
  2. Sie sind mit den Leistungen Ihres derzeitigen Tarifs nicht länger zufrieden.

Wichtig dabei: Sie dürfen den Tarif innerhalb eines Anbieters stets kostenlos wechseln – und dies, so oft Sie möchten. Alter und Gesundheitszustand spielen dabei keine Rolle. Dieses Recht ist durch § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) verbrieft.

Weg zum Tarifwechsel
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Sie können zudem eine Beratung Ihrer Versicherung verlangen, um den passenden Tarif auszuwählen. § 6 VVG schreibt vor, dass die PKV dabei auf Ihre Wünsche eingehen muss. Kunden, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, müssen zudem sogar eigenständig von ihrer Versicherung unterrichtet werden, dass sie den Tarif wechseln können.

Wechseln Sie nicht den PKV-Anbieter

Niedrigere Prämien und/oder mehr Leistungen winken theoretisch auch durch einen Versicherungswechsel. Allerdings können Sie Ihre Altersrückstellungen nicht zu einem neuen Anbieter mitnehmen. Dieser Wechsel ist deshalb keine gute Idee und wird ein immer schlechterer Einfall, je älter Sie sind. Innerhalb eines Anbieters nehmen Sie die Rückstellungen dagegen stets mit.


Tarifwechsel innerhalb einer PKV: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um Ihnen zu zeigen, wie ein Tarifwechsel innerhalb eines PKV-Anbieters geschieht, sei beispielhaft eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gegeben:

  1. Informieren Sie Ihren Anbieter schriftlich darüber, dass Sie den Tarif wechseln möchten und bitten Sie um Beratung. Zeigen Sie auf, weshalb Sie einen anderen Tarif suchen, damit Ihre PKV eine qualifizierte Empfehlung aussprechen kann. Der Anbieter ist verpflichtet, innerhalb von 15 Tagen auf ein entsprechendes Ersuchen zu reagieren.
  2. Notieren Sie alle Fragen, die Sie im Zusammenhang mit dem Wechsel haben.
  3. Lassen Sie sich beraten und stellen Sie hier alle Fragen. Idealerweise geschieht die Beratung persönlich.
  4. Im Rahmen der Beratung ist ein Protokoll vom Anbieter zu führen, das Ihnen auf Verlangen ausgehändigt werden muss. Fordern Sie es an, um es auf Richtigkeit zu prüfen.
  5. Falls es Fehler gibt, verlangen Sie eine Korrektur oder einen Zusatz zum Protokoll.
  6. Beantragen Sie schriftlich den Tarifwechsel bei Ihrem Anbieter zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
  7. Das Schreiben kann formlos sein, sollte aber einige Inhalte enthalten: Verweis auf die Beratung und das Protokoll, den neuen Tarif, Bitte um zeitnahe Bestätigung.
  8. Kontrollieren Sie die Wechselbestätigung auf Richtigkeit und verlangen Sie gegebenenfalls Änderungen.
Lesetipp:  Wie seine Familienangehörigen in der PKV mitversichern?

Mögliche Fallstricke beim Tarifwechsel

Hindernisse beim Wechsel
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PKV-Anbieter schätzen es gemeinhin nicht, dass Sie jederzeit Ihren Tarif wechseln dürfen. Sie bewerben diese Möglichkeit deshalb nicht, sondern verschweigen sie nach besten Kräften.
Dies hat Erfolg, wie eine Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg aus dem Jahr 2018 zeigte. Demnach hat nur jedes fünfte PKV-Mitglied schon einmal den Tarif gewechselt.

Zusätzlich werden Ihnen einige Hindernisse in den Weg gelegt, wenn Sie den Tarif wechseln möchten:

  • Ihr Anbieter darf im neuen Tarif die Prämien erhöhen. Es gibt deshalb keine Garantie, dass er günstig bleibt.
  • Wer aus einem der alten Bisex-Tarife (seit 2012 nicht mehr verfügbar) in einen Unisex-Tarif wechselt, kann nicht mehr zurück. Insbesondere für Männer ist ein solcher Wechsel oft nachteilig.
  • Der Anbieter darf einen Risikozuschlag im neuen Tarif verlangen.
  • Der Anbieter kann eine Sperrklausel für bessere Leistungen einziehen. Diese können Sie beispielsweise erst nach einem Jahr in Anspruch nehmen. Dies soll verhindern, dass Mitglieder aufgrund aktueller gesundheitlicher Probleme in Tarife mit mehr Leistungen wechseln.

Fazit

Die obigen Erläuterungen zeigen: Ein Tarifwechsel kann für fast jedes PKV-Mitglied interessant sein. Zumindest eine Beratung sollte stets in Anspruch genommen werden. Sobald es um den tatsächlichen Wechsel geht, sollten Sie aber sinnvoll planen.

Lassen Sie sich Zeit und wägen Sie die Vor- und Nachteile des alten und neuen Tarifs überlegt gegeneinander ab. Folgen Sie keinen kurzfristigen Impulsen, weil Sie beispielsweise nur auf Einsparungen aus sind. Der Tarifwechsel muss aus individuellen gesundheitlichen sowie wirtschaftlichen Situation einen Sinn ergeben.

Quellen und aktuelle Informationen: