Rürup-Rente oder Riester-Rente für Selbständige & Freiberufler?


Eine rechtzeitig Vorsorge für das Alter ist für Selbständige und Freiberufler sehr wichtig.Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie keine oder nur eine sehr geringe Rente erhalten. Die Rürup-Rente und die Riester-Rente können sich dafür eignen. Doch gibt es Voraussetzungen und Einschränkungen.

Viele Personen glauben irrtümlicherweise, dass Selbständige grundsätzlich nicht berechtigt sind, die Riester-Rente in Anspruch zu nehmen. Wenn sie Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung sind, können sie wählen, ob sie die Riester- oder die Rürup-Rente für ihre private Altersvorsorge nutzen möchten. Personen, die keine Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten, können sich für die Rürup-Rente entscheiden. Die Riester-Rente bleibt ihnen allerdings verschlossen.

Riester-Rente für Selbständige

Älterer seblständiger Mann
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Selbständige und Freiberufler, die Mitgleider der gesetzlichen Rentenversicherung sind, können eine Riester-Rente abschließen. Sie hat zahlreiche Vorteile. So können nicht nur steuerliche Vergünstigungen, sondern auch attraktive Zulagen in Anspruch genommen werden. Jede Person, die einen Riester-Sparvertrag abschließt und die Voraussetzungen erfüllt, kann eine jährliche Zulagen in Höhe von 154 Euro erhalten. Für im Haushalt lebende Kinder beträgt der Zuschlag maximal 300 Euro.

Neben einer direkten Förderung ist in der Riester-Rente eine indirekte Förderung möglich. Dies trifft immer dann zu, wenn eine selbständig tätige Person mit einer Person verheiratet ist, die einen direkten Anspruch auf eine Riester-Förderungen hat. In diesem Zusammenhang ist es von entscheidender Bedeutung, dass beide Ehe- oder Lebenspartner steuerlich gemeinsam veranlagt werden. Ist dies nicht der Fall, sind die Voraussetzungen für eine indirekte Förderung nicht gegeben.

Die Beiträge zur Riester-Rente können als Sonderausgaben in der jährlichen Steuererklärung geltend gemacht werden. Dies gilt allerdings nur für die Ansparphase. Während der Auszahlungsphase sind die monatlichen Rentenzahlungen voll steuerpflichtig. Dies kann unter Umständen als Nachteil angesehen werden.

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Eine besondere Form der Riester-Rente ist Wohn-Riester. Hier werden die eingezahlten Beiträge nicht für eine spätere Rentenzahlung, sondern für den Erwerb von Wohneigentum verwendet. Auf diese Weise wird mietfreies Wohnen im Alter möglich.

Rürup-Rente für Selbstständige

Die Rürup-Rente wurde für Selbständige und Freiberufler konzipiert. Eine staatliche Zulage wird hier nicht gezahlt. Allerdings sind die steuerlichen Erleichterungen sehr großzügig geregelt. Ab dem Jahre 2025 können alleinstehende Personen, die sich für eine Rürup-Rente entscheiden, bis zu 20.000 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen. Diese Summe bezieht sich auf die Beiträge, die regelmäßig zu dem Rürup-Sparvertrag geleistet werden. Für Ehepaare verdoppelt sich die Summe und liegt bei 40.000 Euro pro Jahr. Im Jahre 2014 können 78% der angegebenen Summe geltend gemacht werden. Dieser Betrag erhöht sich jedes Jahr um 2%, bis im Jahre 2025 100% erreicht sind.

Für Personen, die keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten, ist die Rürup-Rente oftmals die einzige Möglichkeit, mit staatlicher Unterstützung für das Alter vorzusorgen. Auch wenn keine Zulagen gezahlt werden, ist die steuerliche Erleichterung beträchtlich. Die Rentenverträge können sehr flexibel gestaltet werden. Dies ist ein entscheidender Vorteil für Selbständige, die kein festes, sondern ein schwankendes Einkommen haben. Solch eine Flexibilität ist bei der Riester Rente nicht gegeben.

Der Rentenbeginn kann selbst bestimmt werden, darf jedoch nicht früher als fünf Jahre vor dem Beginn der gesetzlichen Altersrente liegen. Unter Umständen sind größere Einmalzahlungen beim Rentenbeginn möglich. Nähere Einzelheiten regelt der Rürup-Sparvertrag, der bei einem Anbieter eigener Wahl abgeschlossen werden kann.