Risikolebensversicherung für Raucher – günstige Absicherung möglich?


Wer als Raucher eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, muss zumeist tiefer in die Tasche greifen.Die Versicherungsgesellschaften führen den Beitragszuschlag hierbei auf ein größeres Gesundheitsrisiko und somit auf eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit zurück. Dadurch wird eine vergleichsweise günstige Absicherung häufig schwierig.

Hohes Risiko: Die Statistik spricht gegen Sie

Risikolebensversicherung Raucher
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Dass die Lebensweise einen maßgeblichen Einfluss auf die Mortalität hat, ist den Versicherungsgesellschaften bereits seit jeher bekannt. Allerdings würden sich die Kunden kaum vorschreiben lassen, was sie essen oder wie oft diese Sport treiben sollten.

Seit einigen Jahren fragen die Versicherer im Rahmen der Antragstellung jedoch die Rauchgewohnheiten ihrer Kunden ab. In der Tat stellt das Rauchen weltweit die wichtigste Ursache für einen frühzeitigen Tod dar. Jedes Jahr sterben ungefähr 6 Mio. Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, hiervon etwa 140.000 in Deutschland. Der Genuss von Tabak ist hierzulande demnach für mehr als 300 Todesfälle täglich verantwortlich.
Zahlreiche Studien haben den Zusammenhang einiger Krankheiten, allen voran Krebserkrankungen der Lunge, Mundhöhle, Nasennebenhöhle und des Kehlkopfes, mit dem Rauchen nachgewiesen. Überdies wird ungefähr ein Drittel aller Karzinome der Bauchspeicheldrüse, Nieren und Blase auf den Tabakkonsum zurückgeführt.

Insgesamt gehen rund 30% aller Sterbefälle infolge Krebs auf das Konto von Tabakgenussmitteln. Gegenüber Nichtrauchern altern Raucher generell schneller und verkürzen hierbei ihre Lebenserwartung um durchschnittlich 7 bis 8 Jahre. Bereits der Konsum von weniger als 20 Zigaretten am Tag kann das Risiko einer Lungenfunktionsstörung hervorrufen.


Ehrlichkeit! Warum Sie die Versicherung nicht anlügen sollten

Wer als Raucher über eine Risikolebensversicherung seine Hinterbliebenen absichern möchte, muss bei den meisten Versicherern mit einem Risikozuschlag rechnen. Weil der angehende Versicherungsnehmer vorab Auskunft über seinen Gesundheitszustand geben muss, ist auch ein eventueller Nikotinkonsum offenzulegen.

Als Raucher gelten laut Annahmerichtlinien in der Regel hierbei all diejenigen, die seit mindestens einem Jahr oder 24 Monaten (je nach Versicherer) zur Zigarette, Zigarre oder Pfeife greifen. Für den Versicherer spielt das Rauchverhalten eine untergeordnete Rolle. Diesem ist es derzeit somit egal, ob der Kunde Gelegenheits- oder Kettenraucher ist.

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Ist ein Nichtrauchertarif abgeschlossen worden und wird der Versicherungsinhaber rückfällig, so ist dieser verpflichtet, diesen Umstand seinem Versicherer anzuzeigen. Der Kunde wird anschließend in den Rauchertarif umgestuft, wodurch der Bonus für den Tabakverzicht entfällt.

Verstirbt der Versicherte an einer Krankheit, welche auf Tabakkonsum zurückgeführt werden kann, prüft der Versicherer, ob der Kunde tatsächlich Nichtraucher war. Wer beim Abschluss einer Risikolebensversicherung falsche Angaben über den eigenen Zigarettenkonsum macht, kann seinen Versicherungsschutz verlieren. Dies gilt auch für den Fall, dass der Kunde einen Rückfall nicht meldet.

In einem Urteil des Landesgerichtes Coburg wurde zugunsten eines Versicherers entschieden, der aufgrund vorsätzlicher Falschangaben im Antrag die Auszahlung der Versicherungssumme verweigert hatte. In den Jahren zuvor wurde teilweise nur die Versicherungssumme ausbezahlt, mit der sich ein Raucher mit dem selben Beitrag hätte versichern können. Wer sich somit einen günstigeren Beitrag erschleichen möchte, riskiert, dass seine Angehörigen nicht oder nur unzureichend abgesichert sind.

Hohe Zuschläge machen die Familienabsicherung teuer

Raucher zahlen für dieselbe Versicherungssumme teilweise doppelt so viel wie Nichtraucher. Ein 30-jähriger Modellkunde zahlt für eine Versicherungssumme von 150.000 EUR und 25 Jahren Laufzeit bei Gesellschaft A einen Jahresbeitrag von 243 EUR. Unter den selben Bedingungen bezahlt ein Nichtraucher bei Gesellschaft B 100 EUR weniger. Der Preisunterschied wird umso größer, je älter der Versicherungsnehmer ist. Für einen 45-Jährigen erhöht sich die Preisdifferenz auf etwa 156 EUR.

Kunden mit Nichtrauchertarif können vom Versicherer aufgefordert werden, eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, welche die Nikotinfreiheit bestätigt. Im Rahmen eines Urintests wird hierbei die Konzentration an Cotinin, einem Abbauprodukt von Nikotin, bestimmt. Wer als Raucher eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, sollte dies möglichst zeitnah tun. Aufgrund der erheblichen Beitragsunterschiede zwischen den einzelnen Versicherern sollte der Interessent unbedingt einen Angebotsvergleich vornehmen. Allein hierdurch können mehrere Hundert Euro im Jahr eingespart werden.