Riester-Förderung für Bezieher von Elterngeld möglich?


Auch Bezieher von Elterngeld sollen die Möglichkeit bekommen von der staatlichen Riester-Förderung zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge zu profitieren. Welche Anforderungen für den Erhalt der Zulagen erfüllt werden müssen und wie hoch diese Ausfallen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Regelungen für die Elternzeit

Mutter Kind
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Kümmern Sie sich in den ersten drei Lebensjahren Ihres Kindes um dessen Betreuung und Erziehung, dann erhalten Sie diesen Zeitraum als Kindererziehungszeiten auf Ihrem Rentenkonto gutgeschrieben. Sie werden so behandelt, als wenn Sie während dieser Zeit einen durchschnittlichen Verdienst erzielt hätten. Das heißt Sie bekommen pro Jahr einen Entgeltpunkt auf das Rentenkonto.

Gleichzeitig löst die Kindererziehungszeit auch eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung aus, woraus sich automatisch eine Berechtigung zur Riester-Förderung ergibt. Diese gilt ab dem 1. Monat nach der Geburt für einen Zeitraum von maximal 36 Monaten. Dabei müssen Sie nachweisen, dass Sie Ihr Kind während dieses Zeitraums auch tatsächlich betreut haben.

Mindesteigenbeitrag für den Erhalt der Zulagen

Für einen vollen Anspruch auf die staatlichen Zulagen benötigen beide Elternteile einen eigenen Riester-Vertrag. Die maximale Grundzulage pro Erwachsenen beträgt 154 Euro pro Jahr, also 308 Euro für Ehepaare. Pro Kind, das nach dem 01.01.2008 geboren ist, gibt es zusätzlich 300 Euro jährlich. Bei Kindern, die früher geboren wurde, beträgt die maximale Förderung 185 Euro.

Wenn Sie die höchstmögliche Förderung erhalten wollen, dann müssen Sie immer den Mindesteinlagebetrag im Auge behalten. Während des ersten Jahres der Elternzeit müssen Sie mindestens 4% Ihres Bruttoeinkommens des Vorjahres einzahlen. Ab dem zweiten Jahr wird es dann etwas einfacher, da das Elterngeld bei der Berechnung des Mindestbetrages nicht berücksichtigt wird.
Sofern keine anderen Einkünfte hinzukommen, muss dann lediglich der Sockelbetrag von 60 Euro eingezahlt werden, um die maximale Förderung zu erhalten. Mütter, die vor der Kindererziehungszeit nicht berufstätig und damit nur mittelbar förderberechtigt waren, gilt eine Besonderheit. Mit der Geburt des Kindes werden Sie automatisch zu unmittelbar Berechtigten und müssen deshalb ebenfalls den Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr in die Vorsorgevertrag einzahlen.

Lesetipp:  Betriebliche Altersvorsorge mit Riester-Rente (Förderung vom Staat)

Falls Sie weitere Kinder bekommen

Falls Sie während der Elternzeit weitere Kinder bekommen, wirkt sich dies ebenfalls auf die Riester-Rente aus. Mit der Geburt eines neuen Kindes verlängert sich die Pflichtversicherung um die Anzahl der sogenannten nicht genutzten Monate.
Bekommen Sie beispielsweise zwei Jahre nach der Geburt des ersten Kindes weiteren Nachwuchs, so bleiben die noch offenen 12 Monate erhalten. Ab der Geburt des zweiten Kindes besteht dann für 48 Monate eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung und somit der volle Anspruch auf die Riester-Förderung.

 Auch Selbstständige haben Anspruch

Das Gesetz sieht die Elternzeit und das Elterngeld eigentlich nur für Arbeitnehmer zu. Dennoch ist der Bezug von Elterngeld auch für Selbstständige und Freiberufler möglich, wenn sie ihre Tätigkeit für einen gewissen Zeitraum aufgeben. Voraussetzung ist auch hier, dass tatsächlich eine Betreuung des Kindes erfolgt. Aufgrund der Betreuung ergibt sich eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung und damit ein Anspruch auf Riester-Förderung. Diese Regelung wurde vom Bundesministerium für Finanzen in einem entsprechenden Schreiben bestätigt.

Um die maximale Förderung zu erhalten, muss zunächst das Einkommen des Vorjahres ermittelt werden. Von diesem müssen dann mindestens 4% in den Vertrag eingezahlt werden. Das Elterngeld selbst bleibt bei der Ermittlung des Einkommens unberücksichtigt.