Private Unfallversicherung sinnvoll? Die Leistungen bei Invalidität


Die Leistungen der gesetzlichen Versicherungen werden immer unzulänglicher. Deshalb ist gerade eine private Unfallversicherung nicht nur sinnvoll, sondern auch sehr zu empfehlen. Nur so kann eine ausreichende finanzielle Absicherung im Falle einer Invalidität gewährleistet werden.

Gesetzlicher Leistungsumfang nicht ausreichend

Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 9 Millionen Menschen zu durch Unfälle Schaden, eine Million davon so schwer, dass eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich wird. Ein Augenblick der Unaufmerksamkeit genügt, um schwere Verletzungen herbeizuführen und eine Invalidität davonzutragen. Insbesondere junge, aktive Menschen sind anlässlich ihrer vielfältigen Freizeitaktivitäten in hohem Maße unfallgefährdet. Bei den unter 30-Jährigen ist ein Unfall gar die Hauptursache für Berufsunfähigkeit.
Im schlimmsten Fall geht der dauerhaften Einschränkung körperlicher Fähigkeiten stets mit einem Verlust an Lebensqualität einher. Sie können ggf. Ihrem Beruf und Ihren Freizeitaktivitäten nicht mehr nachgehen.

Unfall Invalidität
© cirquedesprit / Fotolia

Obwohl sich Unfälle überall ereignen können, geschehen diese in rund 60% der Fälle zu Hause oder in der Freizeit. Bei Kindern sind es sogar 80%. Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung sind allerdings hierbei ausgeschlossen. Denn diese kommt finanziell lediglich für solche Unfälle auf, die sich während der Arbeit oder auf dem direkten Hin- und Rückweg ereignen. Damit müssen die meisten Betroffenen die Kosten für einen behindertengerechten Umbau der Wohnung, Rehabilitationsmaßnahmen, Haushaltshilfe etc. aus eigener Tasche bezahlen. Dabei werden Unfallopfer in schweren Fällen ohnehin schon mit einem Verdienstausfall konfrontiert. Selbständige und Hausfrauen sind sogar überhaupt nicht gesetzlich unfallversichert. Demnach macht eine private Unfallversicherung eine wichtige Absicherung, über die Sie in jeden Fall nachdenken sollten.

Versorgungslücke im Unglücksfall schließen

Eine private Unfallversicherung kann einen Unfall zwar auch nicht verhindern, allerdings vermag sie die empfindlichen Einkommenseinbußen und damit existenzbedrohenden Folgen auszugleichen. Die Leistungen aus dieser Versicherung bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihren Lebensstandard zu erhalten und eine neue Existenz aufzubauen. Im Rahmen einer verantwortlichen Lebensplanung, zu welcher auch das Nachdenken über Risiken gehört, ist der Abschluss einer privaten Absicherung eine sinnvolle Investition.


Sie können die Versicherungsleistungen individuell nach Ihren persönlichen Bedürfnissen ausgestalten. Schließlich haben etwa junge Mütter andere Notwendigkeiten als allein stehende Angestellte. Ein Abschluss ist für nahezu jede Alters- und Berufsgruppe möglich. Diese kann bereits von Geburt an vereinbart werden.
Sofern Sie eine körperlich anspruchsvolle Tätigkeit ausüben müssen Sie mit höheren Beiträgen rechnen, zumal in diesen Fällen das Unfallrisiko höher ist. Die Leistungen aus der privaten Unfallversicherung erhalten Sie auch dann, wenn bereits Zahlungen etwa aus einer Kranken-, Lebens-, oder Haftpflichtversicherung erbracht werden.

Invaliditätsleistung – Voraussetzungen und Höhe

Die private Unfallversicherung verfügt über ein ganzes Bündel an Leistungen, wobei die Invaliditätsleistung das Kernstück dieser Absicherung darstellt. Bleibt als Folge eines Unfalls eine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung zurück, so erhalten Sie die im Vertrag vereinbarte Kapitalsumme. Der Grad der Invalidität wird dabei der sogenannten Gliedertaxe entnommen. Diese ordnet jeglicher Körperpartie und Sinnesorgan einen Invaliditätsgrad zu. Bei Verlust oder vollständiger Funktionsfähigkeit gelten unter anderem folgende %-Sätze:

  • Hand: 55%
  • Daumen: 20%
  • Auge: 50%
  • Arm unterhalb des Ellenbogengelenkes: 60%
  • Bein bis Mitte des Oberschenkels: 60%
  • Große Zehe: 5%
  • Gehör auf einem Ohr: 30%
  • Geschmacksinn: 5%
  • Geruchsinn: 10%
Lesetipp:  Private Zahnzusatzversicherung: sinnvoll? Kosten und Leistungen

Beispiel: Verlieren Sie bei einem Unfall Ihre rechte Hand, so erhalten Sie aus Ihrer Unfallversicherung 55% der vereinbarten Invaliditätssumme. Beträgt diese z.B. 250.000 EUR, bekommen Sie 137.500 EUR ausbezahlt.

Einige Versicherungsgesellschaften bieten eine verbesserte Gliedertaxe an. So wird Ihnen für den Verlust einer Hand unter Umständen einen Invaliditätsgrad von 70% zugestanden. Es ist üblich, dass Sie mit einem Leistungsabzug rechnen müssen, sofern Krankheiten zu mindestens 25% an dem Unfall mitgewirkt haben. Kundenfreundliche Tarife nehmen einen Abzug erst bei einem höheren Mitwirkungsanteil (z.B. 40%) vor.

Sie können in der privaten Unfallversicherung auch eine Progression vereinbaren. Liegt diese zugrunde, bekommen Sie bei einem schweren Unfall mehr Geld. Wird etwa bei Ihnen eine Invalidität von 80% festgestellt, bekommen Sie, je nach vereinbarter Progressionsstaffel, 200 bis 300% der Invaliditätssumme ausbezahlt. Schließen Sie eine Dynamik mit ein, so findet eine jährliche Erhöhung von Beitrag und Invaliditätssumme statt. Damit können Sie der Inflation entgegenwirken. Eine Invaliditässumme in Höhe von 150.000 EUR können Sie bereits für etwa 50 EUR pro Jahr absichern.

Weiteren Zusatzleistungen vereinbart werden können

Zusätzlich zur Invaliditätsleistung können Sie folgende Leistungen im Zuge einer privaten Unfallsversicherung vereinbaren:

  • Unfallrente:
    Vereinbart wird eine monatliche Rente, die ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% ausbezahlt wird. Der jährliche Zusatzbeitrag für eine Rente i.H.v. 500 EUR beläuft sich auf etwa 25 EUR.
  • Übergangsleistung:
    Nicht selten kann der Arzt den Invaliditätsgrad erst deutlich später feststellen. Solange müssen Sie auf die Zahlung der Invaliditätssumme warten. Diese Zeitspanne können Sie mit der Übergangsleistung überbrücken. Hierfür muss allerdings Ihre geistige oder körperliche Leistungsfähigkeit für mehr als 6 Monate zu mindestens 50% beeinträchtigt sein.
  • Tagesgeld:
    Für Selbständige sinnvoll, da diese keine Lohnfortzahlung erhalten. Die Höhe kann individuell festgelegt werden, wobei die Leistung auf eine Dauer von 1 Jahr beschränkt ist. Weiter Infos zum Krankentagegeld
  • Krankenhaustagegeld und Genesungsgeld:
    Deckt den Eigenanteil im Krankenhaus, Fahrtkosten oder die Kosten einer Haushaltshilfe ab. Für die gleiche Zeit, maximal allerdings für 100 Tage, wird Genesungsgeld bezahlt. Dieses muss gesondert vereinbart werden und deckt etwa einen anschließenden Erholungsurlaub oder Taxifahrten zur Reha-Einrichtung ab. Weiter Infos dazu hier
  • Todesfallleistung:
    Wird dann ausbezahlt, wenn das Unfallopfer innerhalb eines Jahres an den Folgen des Unfalls verstirbt. Hinterbliebene können diese Summe etwa zum Ausgleich der Bestattungskosten verwenden. Eine Todesfallleistung in Höhe von 10.000 EUR kostet Sie ca. 10 EUR zusätzlich im Jahr.
  • Weitere Leistungen:
    Beitragsfrei bis zu einer bestimmten Höhe werden auch geldwerte Aufwendungen für kosmetische Operationen, Bergungskosten und Kurkostenbeihilfe übernommen.