Private Krankenversicherung (PKV): Der Risikozuschlag – warum und wie hoch?


Der Risikozuschlag bei dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung hängt wie ein drohender Schatten über die viele potentiellen Kunden. Die Angst davor ist oftmals in Missverständnissen und mangelnder Transparenz in Bezug auf die Zuschlagserteilung begründet. Dabei sind die grundlegenden Regelungen recht überschaubar.

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Die private Krankenversicherung (PKV) kann eine hervorragende Alternative zu den gesetzlichen Krankenkassen sein. Allerdings haben viele Versicherungsnehmer mit dem Risikozuschlag zu kämpfen, welcher die monatlichen Versicherungsprämien entscheidend erhöhen kann.
Diesen Beitragszuschlag erhalten bestimmte Personengruppen, bei denen aus unterschiedlichen Gründen die Gefahr, häufiger oder längerer Erkrankungen besteht. Dabei wird der Aufschlag meist prozentual berechnet und wirkt sich entsprechend auf die Versicherungsprämien aus. Es erhöht sich demnach der monatlich zu zahlende Beitrag, um einen bestimmten, festgelegten Prozentsatz.

Wesentliche Gründe, die zu einem Risikozuschlag bei der Beitragsgestaltung der privaten Krankenversicherung führen können:

  • der Gesundheitszustand
  • Vorerkrankungen
  • Erbkrankheiten innerhalb der Familie
  • Alkohol- und Rauchgewohnheiten
  • Über- oder Untergewicht
  • der ausgeübte Beruf

Der Risikozuschlag wird zum Beispiel vergeben, wenn der Versicherungsnehmer in der Vergangenheit an schwerwiegenden Erkrankungen gelitten hat. Oder aber, wenn Erbkrankheiten innerhalb der Familie aufgetreten sind. Das gilt selbst dann, wenn der Versicherte nicht davon betroffen ist. Betreffend des ausgeübten Berufs gilt, je gefährlicher ein Beruf, desto höher fällt der Aufschlag aus. Mitarbeiter eines Atomkraftwerkes müssten beispielsweise mit einem sehr hohen Zuschlag rechnen.

Beispiele für Erkrankungen, die einen Risikozuschlag begründen:


  • Bluthochdruck
  • chronische Erkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • psychische Erkrankungen
  • Allergien
  • Sehstörungen

Was kommt im schlimmsten Fall auf Sie zu?

PKV Risikozuschlag
© detailblick-foto / Fotolia

Grundsätzlich unterscheiden die verschiedenen Versicherungsgesellschaften entsprechend ihrer eigenen Richtlinien. Das bedeutet, es gibt keine einheitlich geregelten Prozentsätze, die für eine bestimmte Vorerkrankung oder der Gleichen genutzt werden. Somit können die Risikozuschläge von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft sehr stark variieren.
Maximal dürfen allerdings nur 100% des regulären Versicherungsbeitrages berechnet werden. Ein maximaler Beitragsaufschlag könnte beispielsweise bei Krebserkrankungen vergeben werden. Ein Minimaler hingegen bei Sehstörungen, die durch eine Brille behandelt werden können oder bei Übergewicht. Lediglich im Basistarif einer privaten Krankenversicherung dürfen keine Risikozuschläge berechnet werden.

Lesetipp:  Der Wechsel in den Basistarif der PKV

Wie können Sie Beitragszuschlägen entgehen?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einem Risikozuschlag beim Abschluss einer PKV aus dem Weg zu gehen. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, direkt zu Beginn des Versicherungsvertrages oder während der Laufzeit, einen Behandlungsausschluss zu vereinbaren. Versicherungsnehmer, die zum Beispiel an bestimmten Allergien leiden, könnten die Behandlung dieser Allergien von den Leistungen ausschließen und sich somit den Zuschlag sparen. Allerdings müssten sämtliche betreffende Allergiebehandlungen dann aus eigener Tasche bezahlt werden.

Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Nachprüfung, welche sich für jeden lohnt, bei dem zu Versicherungsbeginn einen Risikozuschlag aufgrund einer vorhandenen Erkrankung erhoben wurde, die nun vollständig ausgeheilt ist. Nachprüfungen sind anbieterabhängig alle drei bis fünf Jahre möglich. Im besten Fall kann der Aufschlag komplett gestrichen werden.

Schummeln? Erkrankungen nicht einfach verheimlichen

Viele potenzielle Versicherungsnehmer spielen bei der Beantwortung der notwendigen Gesundheitsfragen mit dem Gedanken, Informationen zu verheimlichen, die zu einem Risikozuschlag führen könnten. Dabei sollte niemals etwas verheimlicht werden. Sollte die Krankenversicherung im Nachhinein den Schwindel feststellen, muss man als Kunde mit hohen Geldstrafen und einer sofortigen Versicherungskündigung rechnen.