Private Krankenversicherung: Gesundheitsfragen & Risikozuschlag

Die Anbieter für private Krankenversicherungen lassen Antragsteller Gesundheitsfragen beantworten, um ihr Versicherungsrisiko abschätzen zu können, welches wiederrum zum einem Risikozuschlag führen kann. Deshalb ist es wichtig vorab zu wissen, was es mit der Prüfung und den möglichen Zuschlägen aus sich hat.

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Private Krankenversicherung nur mit Gesundheitsprüfung

Der Weg in eine Privatversicherung kann steinig sein. Zunächst einmal muss man bestimmte Kriterien erfüllen, um überhaupt den Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung vollziehen zu können. Aufgenommen werden beispielsweise nicht pflichtversicherte Selbstständige sowie gut verdienende Angestellte. Bevor Interessenten der privaten Krankenversicherung beitreten können, müssen sich diese einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Damit der Versicherungsanbieter das individuelle Risiko abschätzen können, muss der Antragsteller bestimmte Gesundheitsfragen beantworten. Diese Befragung bezieht sich beispielsweise auf verschiedene Vorerkrankungen.

Eine private Krankenversicherung ohne Gesundheitsfragen wird in der Regel nicht angeboten. Lediglich einige private KZusatzversicherungen können ohne vorherige Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden. Eine Prüfung erfolgt im Übrigen nur bei der privaten Krankenversicherung. Anders als die gesetzlichen Krankenkassen arbeiten die privaten Versicherer nach dem Kapitaldeckungsprinzip und nicht nach dem Prinzip der Umlagendeckung.

Beim Antrag auf eine Vollversicherung in ein privaten Krankenversicherung können folgende Gesundheitsfragen abgefragt werden:

  • Wurde der Antrag auf einen Vertrag bei der PKV von einer anderen Versicherung bereits abgelehnt?
  • Liegen aktuell Beschwerden, Erkrankungen oder dauerhafte gesundheitliche Störungen vor?
  • Besteht eine Arbeitsunfähigkeit?
  • Welche ambulanten Behandlungen fanden in den letzten drei Jahren statt?
  • Welche stationären Behandlungen wurden in den letzten fünf Jahren durchgeführt?
  • Wie ist der Zustand der Zähne? Welche zahnärztlichen Behandlungen gab es in den letzten drei Jahren?
  • Gab es psychiatrische Behandlungen in den letzten zehn Jahren?

Jede Versicherungsgesellschaft legt ihre Gesundheitsfragen und den Zeitraum selbst fest. Die obigen Fragen sind daher nur ein Beispiel.


Gesundheitsfragen immer wahrheitsgemäß beantworten

Gesundheitsprüfung
© Picture-Factory / Fotolia

Da Vorerkrankungen zu einem Risikozuschlag führen können, kommen Interessenten möglicherweise auf die Idee, bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen zu schummeln. Die Fragen sollten jedoch immer wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet werden. Das Verschweigen von Vorerkrankungen und ärztlichen Behandlungen kann schwerwiegende Folgen für die versicherte Person haben. Die Versicherungsgesellschaft kündigt im schlimmsten Fall den Versicherungsvertrag, wenn sich herausstellt, dass beim Ausfüllen der Gesundheitsfragen bestimmte Erkrankungen verschwiegen wurden. Wurde vorsätzlich gelogen oder liegt eine arglistige Täuschung vor, kann der Versicherer noch viele Jahre nach Abschluss des Versicherungsvertrags vom Vertrag zurücktreten. Aus diesem Grund sollte man bei der Antragstellung auch keine Erkrankung und keinen Arztbesuch verschweigen, selbst wenn es sich dabei um eine vermeintliche Bagatelle handeln sollte.

Lesetipp:  Krankenzusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung möglich?

Risikozuschläge sind möglich

Ein Risikozuschlag ist eine außertariflich vereinbarte Bedingung zur Aufnahme des Antragstellers in die private Krankenversicherung. Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung müssen Sie beim Wechsel in eine PKV Gesundheitsfragen beantworten. Bereits kleinere Vorerkrankungen, die der Antragsteller für unerheblich hält, können zu einem Risikozuschlag führen. Dieser Zuschlag kann den monatlichen Beitrag um einen gewissen Prozentsatz verteuern. Die Antworten auf die Gesundheitsfragen ziehen die Versicherungsgesellschaften heran, um festzustellen, ob eine Aufnahme erfolgen kann. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Der Tarif kann ohne oder mit Risikozuschlag angeboten oder sogar abgelehnt werden. Die Versicherungsgesellschaften entscheiden in der Regel je nach Schwere und Art der Vorerkrankung über die Annahme des Antrags, einen Risikozuschlag oder die Ablehnung.

Der Risikozuschlag wird damit begründet, dass dieser die Kosten eventueller Folgeerkrankungen ausgleichen soll. Die Versicherungsgesellschaften möchten auf diese Weise zukünftige Beitragssteigerungen vermeiden.

Zu den Vorerkrankungen, die häufig zu einem Risikozuschlag führen, gehören:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Allergien, Asthma
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Krebserkrankungen
  • körperliche oder geistige Behinderungen
  • Erkrankungen der Wirbelsäule
  • psychiatrische, sowie psychologische Behandlungen

Können Antragsteller den Risikozuschlag umgehen?

Wenn Sie einen Risikozuschlag bei der privaten Krankenversicherung befürchten, haben Sie die Möglichkeit der Versicherungsgesellschaft einen Leistungsausschluss anzubieten. Bei einem Leistungsausschluss wird vertraglich vereinbart, dass die Kosten für Folgeerkrankungen, die im Zusammenhang mit der jeweiligen Vorerkrankung entstanden sind, nicht von der Versicherung übernommen werden. Im Gegenzug verzichtet der Versicherer auf den Risikozuschlag. Eine solche Vereinbarung ist allerdings nicht unbedingt empfehlenswert.  Für den Antragsteller ist nicht absehbar, wie sich seine Krankheit entwickeln wird und welche gesundheitlichen Probleme im Zusammenhang mit der Vorerkrankung noch entstehen können. Zudem besteht das Problem, dass sich nicht immer nachweisen lässt, ob die neu aufgetretenen gesundheitlichen Probleme tatsächlich in Zusammenhang mit der Folgeerkrankung stehen. Gibt es andere Ursachen, muss dies eventuell aufwendig nachgewiesen werden, was häufig jedoch gar nicht möglich ist. Wurden beispielsweise Folgeerkrankungen aufgrund von Übergewicht ausgeschlossen und ein Herzinfarkt tritt auf, muss dies nicht zwingend eine Folge des Übergewichts sein.

Sollte die Erkrankung vollständig ausgeheilt sein und weder medikamentös noch anderweitig therapiert werden müssen, können Sie sich vom Arzt auch die Ausheilung bescheinigen lassen. Mit dieser Bescheinigung können Sie versuchen, den Risikozuschlag aus dem Vertrag ihrer privaten Krankenversicherung entfernen zu lassen. Die Versicherungsgesellschaften entscheiden individuell, ob sie darauf eingehen und den Versicherungsvertrag entsprechend abändern möchten.