Private Altersvorsorge für Beamte: Beispiele & Möglichkeiten


Auch Beamte müssen heutzutage mit einer privaten Altersvorsorge drohend Lücken in der Rente schließen. Die Zeiten in denen sie nach Diensteintritt ausgesorgt haben gehört der Vergangenheit an. Wir zeigen Ihnen hier Beispiele und Möglichkeiten auf, wie Sie die Ihren Ruhstand finanziell aufstocken können.

Kürzungen der Pensionen zwingen zum Handeln

Im Vergleich zu normalen Rentnern erhalten ehemalige Staatsbedienstete etwa dreimal so viel Ruhegeld. So bekam ein Rentner Ende des vergangenen Jahres eine Rente in Höhe von 1.079 EUR in den neuen und 985 EUR in den alten Bundesländern. Ein Beamter, welcher über den Bund eingestellt war, erhielt dagegen eine Pension von 2.940 EUR. Ferner bekam die Witwe eines Landesbeamten durchschnittlich eine Witwenrente von 1.690 EUR, während die Witwe eines gewöhnlichen Angestellten lediglich in den Genuss von 616 EUR im Osten bzw. 579 EUR im Westen kam.
Insgesamt ist festzuhalten, dass Pensionäre ein überdurchschnittlich hohes Alterssicherungsvermögen besitzen. Diesen kommt in diesem Zusammenhang zugute, dass sie keinem Arbeitslosenrisiko unterliegen und keinen eigenen Beitrag für die Altersvorsorge zu leisten brauchen.

Beamte Paar
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Das von der Bundesregierung im Jahre 2001 verabschiedete Versorgungsänderungsgesetz hat allerdings unlängst bei den Beamten zu einem Umdenken geführt. Weil der Staat stärker sparen muss, legte dieser auch bei den Pensionen den Rotstift an. So wurde die aus Steuermitteln finanzierte Pension zunehmend gekürzt.  Künftig beträgt das Ruhestandgeld im Alter nicht mehr 75%, sondern lediglich 71,75% der letzten Dienstbezüge. Dies hat zur Folge, dass viele ehemalige Staatsdiener ihren gewohnten Lebensstandard nicht halten können. Vor dem Hintergrund sinkender Pensionen wird die private Altersvorsorge demnach auch für Beamte zunehmend wichtiger.

Lösung 1: Hohe Zulagen über Riester-Produkte

Bahnt sich im Alter eine Versorgungslücke an, kann diese mit diversen Altersvorsorgeprodukten wieder aufgefüllt werden. So etwa ist die staatlich geförderte Riester-Rente eine Möglichkeit, die für Beamte nicht anders geregelt ist als für Arbeitnehmer. Die Riester-Rente hilft die Einschnitte in den Pensionen auszugleichen. Sie können sich hierbei in vielen Fällen neben den staatlichen Zulagen auch einer Steuererleichterung erfreuen. Die Riester-Förderung erhalten Sie ausschließlich für zertifizierte Vorsorgeverträge. Dieses Zertifikat garantiert Ihnen zahlreiche Vorteile:

  • zu Beginn der Auszahlungsphase stehen Ihnen mindestens die selbst eingezahlten Beiträge plus staatlicher Zulagen zur Verfügung. Das Vorsorgekapital ist demnach sicher und steht Ihnen auf jeden Fall zur Verfügung.
  • es wird Ihnen eine lebenslange Rente zugesagt.
  • die Leistungen erhalten Sie für Verträge mit Abschluss nach 2011 frühestens mit dem 62.Lebensjahr ausbezahlt.
  • die zu Beginn anfallenden Abschlusskosten müssen über fünf Jahre verteilt werden und dürfen Ihnen nicht bereits bei Vertragsabschluss in voller Höhe angelastet werden.

Die Riester-Rente wird sowohl von Versicherungen wie auch von Banken angeboten. Eine Liste aller zertifizierten Riester-Produkte können Sie auf der Seite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (www.bafin.de) entnehmen.

Die staatliche Förderung setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: der Grundzulage und, sofern Sie Kinder haben, der Kinderzulage. Die Grundzulage beträgt 154 EUR pro Person, die Kinderzulage dagegen 185 EUR je Kind (300 EUR, für nach 2008 geborene Kinder). Die Kinderzulage wird solange bezahlt, wie Sie für das entsprechende Kind noch Kindergeld erhalten.
Sie haben zudem die Möglichkeit, die Beiträge als Sonderausgabe bei der Steuererklärung geltend zu machen. Für den Sonderausgabenabzug gilt in der Regel ein Höchstbetrag von 2.100 EUR.

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Gefördert werden kann auch Ihr Ehepartner. Dafür muss dieser lediglich den Mindestbeitrag von 60 EUR im Jahr entrichten. Der Mindesteigenbetrag beläuft sich dagegen auf 4% des Vorjahres-Bruttoeinkommens. Wenn Sie möchten, können Sie allerdings auch mehr einzahlen.

Sie können mit dem Ende der Vertragslaufzeit bis zu 30% des angesammelten Vermögens in einem Betrag beanspruchen. Auszahlungen aus Riester-Verträgen werden allerdings in voller Höhe besteuert.

Lösung 2: Basisrente als Alternative mit großen Steuervorteilen

Beamte können sich für Ihre private Altersvorsorge statt dessen auch für eine Basis- bzw. Rürup-Rente entscheiden. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige, private Leibrente, welche durch hohe Steuervergünstigungen gefördert wird. Zwar ähneln ihre Produktkriterien der gesetzlichen Rentenversicherung, allerdings folgt die Finanzierungsbasis anderen Regeln. Die Basisrente wird staatlich gefördert, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • der Vertrag muss eine lebenslange Leibrente zusagen, so dass die Auszahlung in einer Summe ausgeschlossen ist. Auch Teilauszahlungen sind, im Gegensatz zur Riester-Rente, nicht möglich
  • Auszahlungen erfolgen frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres
  • Leistungen gehen grundsätzlich an Sie, damit sind Ansprüche nicht vererbbar
  • eine Hinterbliebenenrente für Ehepartner oder Kinder kann zusätzlich vereinbart werden. Ebenso kann die Basisrente um einen Berufs- oder Erwerbunfähigkeitsschutz erweitert werden
  • die Beitragszahlung ist monatlich, viertel-, halbjährlich sowie jährlich möglich. Durch flexible Sonderzahlungen kann zudem der steuerliche Förderrahmen voll ausgeschöpft werden
  • einen Mindestbeitrag gibt es nicht. Sie können die Beitragshöhe nach Belieben auswählen oder gar Einmalbeiträge leisten.
  • sofern die Rentenzahlungen nicht vor Alter 60 beginnen, kann die Anspar- und die Auszahlungsphase flexibel vereinbart werden

Die staatliche Förderung erfolgt im Gegensatz zur Riester-Rente nicht über die Zahlung von Zulagen, sondern ausschließlich über hohe steuerliche Abzugsmöglichkeiten der Beiträge. Eingezahlte Beiträge sind bei Singles bis 20.000 EUR, bei Verheirateten bis 40.000 EUR abzugsfähig.

Auszahlungen aus der Basisrente werden genauso behandelt wie Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Besteuert wird der Teil der Rente, der über den jeweils gültigen Rentenfreibetrag hinausgeht. Die volle Besteuerung greift allerdings erst ab dem Jahr 2040.

Klassische Vorsorgeprodukte verlieren an Attraktivität

Selbstverständlich können Sie als Beamter Ihr Geld auch in eine private Renten- oder Lebensversicherung investieren. Angesichts der niedrigen Verzinsung von zurzeit 1,75% hat diese Vorsorgeform ihren guten Ruf etwas eingebüßt. Dennoch zählen Lebensversicherungsverträge hierzulande mit gut 96 Millionen Policen zu den beliebtesten Formen der Altersvorsorge. Das Produkt ist sehr flexibel, können schließlich Berufsunfähigkeits-, Unfall- oder Pflegeversicherung zusätzlich mit abgeschlossen werden. Ferner kann die Beitragshöhe frei gewählt werden. Zum Zeitpunkt der Auszahlung können Sie den gesamten Betrag auf einmal beanspruchen. Allerdings wird die Lebensversicherung weder mit Zuschüssen, noch mit einer attraktiven steuerlichen Abzugsfähigkeit gefördert. Die Höhe des Beitrages hängt von der gewünschten Versicherungssumme ab. Bei einer Laufzeit von 40 Jahren, einem Eintrittsalter von 25 Jahren und einer Versicherungssumme von 150.000 EUR, muss ein Versicherter einen monatlichen Beitrag von etwa 250 EUR entrichten.

Fazit: Für welches Produkt Sie sich als Beamter für Ihre private Altersvorsorge auch entscheiden, die wichtigste Entscheidung ist sich frühzeitig eine zusätzliche finanzielle Absicherung für die Rente zu schaffen.