Privat versichern: ja oder nein? Vorteile und Nachteile

Chefarztbehandlung, Einzelzimmer, individuelle Beitragssätze – auf den ersten Blick wirkt sehr attraktiv sich privat versicherung zu lassen. Aber bieten die private Krankenversicherung wirklich mehr und bessere Leistungen für weniger Geld? Für wen lohnt sich der Wechsel?

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Die Vorteile der PKV

Die private Krankenversicherung bietet ihren Versicherten sowohl im Hinblick auf Beitragshöhe und -gestaltung als auch in Bezug auf den Versicherungsumfang viel Freiheit und ein gutes-Preis-Leistungs-Verhältnis bei oftmals bevorzugter Behandlung durch Fachärzte. In der Regel kann jeder Versicherte anders als in der GKV selbst über die versicherten Leistungen bestimmen und festlegen, ob z.B. eine Chefarztbehandlung, umfangreiche zahnärztliche Leistungen oder alternative Therapieformen im Versicherungspaket enthalten sein sollen.
Unterm Strich bedeutet das: Jeder Versicherte zahlt nur für die Leistungen, die er tatsächlich in Anspruch nimmt bzw. nehmen möchte und muss nicht solidarisch für Leistungen aufkommen, die er nie nutzen wird. Die Kosten für alle ausgewählten Leistungen werden garantiert vom Versicherungsträger übernommen – der Leistungskatalog ist vertraglich festgeschrieben und kann sich im Gegensatz zur GKV nicht verändern. Für Medikamente und Therapiemittel werden in der PKV in der Regel keine Zuzahlungen fällig. Ärzte und Krankenhäuser können frei gewählt werden. Anders als Mitglieder GKV sind privat Versicherte nicht auf Facharztüberweisungen angewiesen und erhalten auch (sofern notwendig und vertretbar) die Kosten für Aufenthalte in exzellent ausgestatteten und spezialisierten Privatkliniken erstattet.

Darüber hinaus werden Mitglieder in der PKV gesetzlich Krankenversicherten gegenüber bei vielen Ärzten bevorzugt behandelt. Ursache dafür ist der höhere Abrechnungssatz von PKV-Kunden – für gesetzlich Versicherte erhalten Ärzte lediglich eine Quartalspauschale, die oftmals nicht alle für den Arzt entstehenden Kosten deckt.

Vorteile Nachteile
© Marco2811 / Fotolia

Auch finanziell kann sich durchaus lohnen sich privat zu versichern. Die Beitragssätze liegen beim Einstieg in der Regel deutlich unter den Beiträgen der gesetzlichen Krankenkassen und können sich auch je nach Assekuranz und Tarif über viele Jahre relativ stabil auf relativ niedrigem Niveau halten. Die Beitragshöhe orientiert sich am persönlichen Risiko des Versicherten, was für junge, gesunde Mitglieder bedeutet, dass sie ältere, chronisch kranke Versicherte nicht wie in der GKV mitfinanzieren müssen. Darüber hinaus locken Rückzahlungen und besonders günstige Beiträge für eine gesunde Lebensführung und bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen.

Unterm Strich überzeugt die PKV u.a. mit:


  • individuellem Leistungsspektrum
  • vielen Inklusivleistungen, die die GKV nicht bietet
  • freier Arzt- und Klinikwahl
  • relativ geringen Kosten für junge, gesunde Versicherte

Die Nachteile der PKV

Bevor man sich privat versichern lässt, sollten Interessenten aber auch die potentiellen Nachteile der PKV bedenken. Zu einem der größten Nachteile zählt, dass für jedes Familienmitglied eigene Beiträge zu entrichten sind – eine kostenlose Familienversicherung wie in der GKV existiert nicht. Für ein Paar mit einem oder mehreren Kindern können damit hohe monatliche Kosten entstehen. Leistungen wie das Mutterschaftsgeld oder eine Beitragsfreistellung während der Mutterschutzfrist sind in der PKV in der Regel nicht zu finden. Zudem müssen sämtliche Medikamente und Therapien vorfinanziert werden: Der behandelnde Arzt oder die Klinik stellen die Rechnung auf den Versicherten aus, der den Betrag zunächst aus eigener Tasche vorstrecken muss. Die Rechnung kann der Versicherte dann an seine Assekuranz weiterleiten und sich um Erstattung bemühen.

Lesetipp:  Krankenversicherung: Wechsel von privat in gesetzlich

Ein großer Vorteil der privaten Krankenversicherung kann auch ein großer Nachteil sein: Die Beiträge errechnen sich aus dem persönlichen Risiko des Versicherten. Soll heißen: Die günstigsten Beiträge zahlen junge, gesunde Männer mit gesunder Lebensführung – für alle anderen Versicherten fallen Risikozuschläge an. Wie hoch die Zuschläge ausfallen, bestimmen die Assekuranzen nach Auswertung der obligatorischen Gesundheitsprüfung, die im Gegensatz zur GKV auf jeden PKV-Versicherten zukommt. Fällt diese Prüfung besonders negativ aus (etwa aufgrund von chronischen Vorerkrankungen oder einem erhöhten Gesundheitsrisiko aufgrund der Berufswahl), kann ein Bewerber auch abgelehnt werden.

Wer erfolgreich einen PKV-Vertrag abschließen kann sollte bedenken, dass oftmals eine Wartefrist für besonders kostspielige Behandlungen wie z.B. Zahnarztbesuche vertraglich festgelegt ist. Wer binnen der Wartefrist diese Leistung in Anspruch nimmt, muss sie aus eigener Tasche zahlen. Darüber hinaus muss damit gerechnet werden, dass die Beiträge zur PKV anders als in der GKV stetig steigen und in späteren Jahren trotz Altersrückstellungen sehr hoch ausfallen können.

Zusammengefasst bedeutet eine Mitgliedschaft in der PKV:

  • stetig steigende Beiträge
  • z.T. hohe Risikozuschläge für einzelne Versicherte
  • eigene Übernahme von Kosten bis zur Erstattung
  • einzelne PKV-Policen für jedes Familienmitglied
  • Möglichkeit, aufgrund von Gesundheitsrisiken von vornherein von den Assekuranzen abgelehnt zu werden.

Fazit: Für wen empfehlenswert?

Die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung ist nicht für alle Interessenten empfehlenswert. Besonders geeignet ist sie für junge, gesunde Männer, da sie statistisch betrachtet das geringste Gesundheitsrisiko aufweisen und damit die niedrigsten Prämien entrichten müssen. Auch gut verdienende Singles und Personen, die weltweit viel reisen sind in der PKV gut aufgehoben. Auch für Beamte kann es empfehlenswert sein sich privat versichern zu lassen, da sie lediglich eine Restversicherung benötigen und oftmals von besonderen Beamtentarifen profitieren.