Privat krankenversichern: Ab wann? Voraussetzungen & Einkommen

Welche Voraussetzungen und welches Einkommen ist notwendig um sich privat krankenversichern zu lassen? Erfahren Sie ab wann der Wechsel in die Privatversicherung möglich ist.

Angesichts der Gesundheitsreform und den damit verbundenen Einschnitten im Gesundheitssystem wollen sich immer mehr Menschen privat absichern. Doch dies ist mit bestimmten Bedingungen, beispielsweise hinsichtlich des Einkommens verbunden. Auch wenn sich mit den neuen gesetzlichen Regelungen 2011 der private Krankenversicherungsmarkt immer mehr öffnet, so besteht doch weiterhin die Frage:

  • für welche Personengruppe
  • unter welchen Voraussetzungen
  • ab welchem Einkommen

es sinnvoll ist, sich privat krankenversichern zu lassen.

Die Versicherungspflichtgrenze als große Hürde

Voraussetzung Privatversicherung
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Um sich privat zu versichern, stellen Einkommen und Versicherungspflichtgrenze wichtige Voraussetzungen dar. Die Versicherungspflichtgrenze definiert sich über die Höhe des monatlichen bzw. jährlichen Bruttoeinkommens und besagt, ab wann sozialversicherungspflichtige Arbeiter und Angestellte von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung wechseln dürfen.

2010 lag diese Versicherungspflichtgrenze bzw. Jahresentgeltgrenze bei 49.950 Euro im Jahr, das heißt: 4.162,50 Euro im Monat. Zu dem anzurechnenden Einkommen zählen auch vermögenswirksame Leistungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld, Sonderzahlungen sowie zusätzliche Gehälter.

Selbständige, Beamte und Studenten können rein

Da die Versicherungspflichtgrenze nur für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gilt, steht es Selbständigen und Freiberuflern nach Gesetzeslage jederzeit offen der privaten Krankenversicherung beizutreten. Für einige Berufszweige, wie Künstler, Publizisten, Landwirte und Gärtner existieren zwar noch gesetzliche Bestimmungen hinsichtlich einer Versicherungspflicht. Doch eine Befreiung von dieser ist ohne bestimmte Voraussetzungen möglich.


Insbesondere für Beamte, Studenten, Referendare, angehende und praktizierende Ärzte kann der Beitritt in eine Privatversicherung lassen äußerst sinnvoll sein. Denn sie ist für diese Personengruppen oftmals mit günstigen Tarifen bei einem weitaus höheren Leistungsumfang als bei der gesetzlichen Krankenversicherung verbunden.

Für Familien, Kinder und zukünftige Mütter kann es lohnenswerter sein, in der gesetzlichen Krankenversicherung, beispielsweise aufgrund der beitragsfreien Mitversicherung von Familienmitgliedern, zu bleiben. Diese Vorteile können sich jedoch im Zuge der Neuerungen im Gesundheitssystem weiter verringern.

Neuerungen 2011: Nicht mehr länger warten

Musste ein Arbeitnehmer vor einigen Jahren noch die Überschreitung der Versicherungspflichtgrenze für einen Zeitraum von drei Jahren nachweisen, so wird die Wartezeit 2011 auf ein Jahr verkürzt. Danach ist es möglich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit zu werden und eine private Krankenversicherung abzuschliessen.

Nicht nur die Wartezeit, sondern auch die Versicherungspflichtgrenze wird 2011 herabgesetzt. So gelten 49.000 Euro jährliches Bruttoeinkommen laut Gesetzgeber als Mindestvoraussetzung für die Aufnahme in eine private Krankenversicherung. Darüber hinaus besteht schon 2010 eine Sonderregelung für Arbeitnehmer, die im Dezember 2010 ein Bruttoeinkommen über 4.125 Euro erhalten. Diese können schon im nächsten Jahr wechseln und sich privat krankenversichern.