PKV bei Arbeitslosigkeit / Hartz 4: Wann Wechsel in GKV nötig?


Tritt eine Arbeitslosigkeit ein ist für Mitglieder einer privaten Krankenversicherung (PKV) in der Regel ein Wechsel in eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) notwendig. Doch es gibt auch einige Ausnahmen (z.B. Hartz 4) und Regelungen, die den Verbleib in der Privatversicherung ermöglichen.

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Agentur für Arbeit übernimmt Beitragszahlung

Mit dem Eintritt einer Arbeitslosigkeit in Verbindung mit Arbeitslosengeld I (ALG I) kommt es automatisch zu einer Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei müssen Sie als Bezieher von ALG I keinen eigenen Krankenkassenbeitrag bezahlen, da dieser von der Agentur für Arbeit übernommen wird. Dies gilt auch dann, wenn Sie wegen einer Sperrfrist kein Arbeitslosengeld erhalten – allerdings erst nach Ablauf eines Monats.

Arbeitslos Krankenversicherung
© Torbz / Fotolia
Eine Ausnahme gilt für den Fall, dass die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt. Diese Mehrkosten müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen. In diesem Fall haben Sie allerdings Anspruch auf einen Sozialausgleich, sofern der durchschnittliche Zusatzbeitrag mehr als 2% Ihres Bruttoeinkommens beträgt. Durchgeführt wird dieser Sozialausgleich direkt durch die Bundesagentur für Arbeit.

Die Voraussetzungen um privatversichert zu bleiben

Waren Sie bei Eintritt der Arbeitslosigkeit bereits in der PKV versichert besteht die Möglichkeit sich von der Versicherungspflicht in der GKV befreien zu lassen. Dafür müssen allerdings eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden:

  • Sie waren in den letzten fünf Jahren vor Bezug von ALG I Mitglied in der privaten Krankenversicherung
  • und sind es immer noch, wobei die Vertragsleistungen entsprechend den Regelungen für Empfänger von ALG I gewährt werden.
  • der Antrag auf Befreiung muss innerhalb von 3 Monaten ab Einsetzen der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse gestellt werden. Sie müssen hierbei beachten, dass die Befreiung später zu keinem Zeitpunkt widerrufen werden kann. Sollten Sie daher in Zukunft erneut arbeitslos werden, bleibt der Versicherungsschutz in der PKV bestehen.
  • ihre Wirkung entfaltet die Befreiung nach Angaben der Agentur für Arbeit mit Beginn der Versicherungspflicht aber nur unter einer bestimmten Voraussetzung. So dürfen weder Sie noch Familienangehörige seither Leistungen in Anspruch genommen haben. Andernfalls verschiebt sich die Befreiung zum Beginn des auf den Befreiungsantrag folgenden Kalendermonats.
  • beachten Sie, dass Sie gleichzeitig auch von der sozialen Pflegeversicherung befreit werden.
  • Bleiben Sie Ihrer Privatversicherung erhalten, so bekommen Sie von der Bundesagentur für Arbeit einen Beitragszuschuss, dessen Höhe sich an der Beitragsbelastung eines gesetzlich Versicherten orientiert. Diesen Zuschuss überweist die Behörde direkt an die Versicherungsgesellschaft.
Lesetipp:  Krankenversicherungspflicht wenn selbständig und angestellt

Kein Wechsel für Personen ab 55 Jahre

Für Personen ab dem 55. Lebensjahr gilt eine Sonderregelung. Dieser Personenkreis bleibt grundsätzlich auch weiterhin der privaten Krankenversicherung als Mitglied erhalten. Diese Versicherungsfreiheit gilt, wenn Sie als Betroffener…

  • …in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Pflichtmitgliedschaft nicht in der gesetzlich versichert waren,
  • …mindestens 2 ½ Jahre versicherungsfreies Mitglied waren, oder
  • …als Selbstständiger nicht der Versicherungspflicht unterworfen waren.

In diesem Fall wird die Privatversicherung unverändert fortgeführt. Es besteht jedoch die Möglichkeit – sofern der Vertrag schon vor 2009 bestand – in den Basis- oder Standardtarif zu wechseln. Wenn Sie erst später Mitglied geworden sind, können Sie lediglich in den Basis-Tarif beitreten.

Auch Hartz 4-Bezieher bleiben privatversichert

Durch den Bezug von Hartz 4 (ALG II) wird keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung begründet. Als Mitglied der PKV bleiben Sie demnach trotz Bezugs von ALG II weiterhin dort versichert. Zudem müssen Sie weiterhin den vollen Beitrag entrichten. Beitragsfrei in der GKV wechseln können Sie lediglich dann, wenn Sie bereits vor 2009 versicherungspflichtig waren und ALG II empfangen haben.

Die Arbeitsagenturen zahlen seit 2011 allerdings den vollen Beitrag für privatversicherte Hartz 4-Empfänger. Diese Kosten werden jedoch nur in Höhe des Basistarifs übernommen. Für diesen Grundtarif gelten die vom Gesetzgeber vorgegebenen Leistungen. Der Basistarif ist nach Höhe, Umfang und Art mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen vergleichbar.

Die individuelle Situation für Wahl entscheidend

Wenn Sie bislang in der PKV waren und nun eine Arbeitslosigkeit bevorsteht, sollten Sie einen Wechsel in die GKV sehr genau abwägen. Schließlich gibt es z.B. als alleinverdienender Ehepartner und evtl. sogar mit Kindern keinerlei Gründe, die dagegen sprechen würden. Denn aufgrund der Familienversicherung müssen Sie für Ihre Familienmitglieder keinen gesonderten Beiträge bezahlen.

Eine andere Situation ergibt sich dagegen für Singles oder Doppelverdiener. Rechnen Sie mit einer lediglich kurzfristigen Arbeitslosigkeit, lohnt in der Regel der Verbleib in der privaten Krankenversicherung.

Alternativ kann die Vereinbarung einer sogenannten Anwartschaftsversicherung sinnvoll sein. Sollten Sie zu einen späteren Zeitpunkt – z.B. nach Beendigung der Arbeitslosigkeit – von der GKV in PKV zurück wechseln wollen, können Sie sich auf diesem Wege dank der Anwartschaft Ihre ehemaligen Konditionen sichern.