Lohnt sich die Riester-Rente für Singles und Alleinstehende?


Wir gehen in diesem Artikel der Frage nach, ob sich die Riester-Rente auch für Singles lohnt. Erfahren Sie, welche Zulagen und Steuervorteile auf alleinstehende Personen warten, was Sie tun müssen um diese zu bekommen und ob sich diese Vorsorge flexibel an Ihre Zukunft anpassen kann.

Regelmäßige Zuschüsse vom Staat

Vor allem für Angestellte ist die Riester-Rente eine optimale Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Sie erhalten dabei eine staatliche Zulage von bis zu 154 Euro pro Jahr. Voraussetzung für die maximale Förderung ist, dass Sie mindestens 4% ihres Bruttoeinkommens in die Altersvorsorge einzahlen. Zahlen Sie nur einen kleineren Betrag ein, dann wird der Förderbetrag entsprechend gekürzt. Wenn Sie den Vertrag vor dem 25. Lebensjahr abschließen, gibt es eine einmalige Zulage von weiteren 200 Euro.

Die Steuervorteile sind nicht zu unterschätzen

Mann alleinstehend
© goodluz / Fotolia

Als alleinstehende Person haben Sie oftmals einen hohen Steuersatz und keine oder nur sehr wenige Möglichkeiten, das steuerpflichtige Einkommen zu reduzieren. Hier bietet die Riester-Rente eine attraktive Möglichkeit für Steuerersparnisse.

Da es sich um eine staatlich geförderte Altersvorsorge handelt, können Sie die jährlichen Einzahlungen als Sonderabzug bei der Steuererklärung geltend machen. Dies gilt bis zu einem maximalen Beitrag von 2.100 Euro pro Jahr. Wie hoch die Steuerersparnis genau ausfällt, hängt von der Höhe des Bruttoeinkommens sowie Ihrem Steuersatz ab. Zwar werden die Auszahlungen im Alter steuerpflichtig, dabei profitieren Sie jedoch von einem dann zumeist geringeren Steuersatz.

Eine Beispiel-Rechnung verdeutlicht die Vorteile

Als Single mit einem Bruttogehalt von 35.000 Euro pro Jahr müssten Sie für die maximale Zulagen einen Betrag von 1.400 Euro einzahlen. Da die Zuschüsse hierbei jedoch berücksichtigt wird, liegt ihr Eigenanteil bei nur 1.246 Euro. Dazu kommt unter Berücksichtigung der üblichen Pauschbeträge noch eine Steuerersparnis von 294 Euro. Effektiv liegt der finanzielle Aufwand bei 952 Euro. Demgegenüber steht eine staatliche Gesamtförderung von 448 Euro, was eine Ersparnis von 32% fentspricht. Bei einer nicht geförderten Altersversorgung wäre um dieselbe Rendite zu erzielen ein deutlich höherer Einzahlungsbetrag nötig.

Wenn sich die Lebensverhältnisse ändern

Für jedes neugeborene Kind erhalten Sie eine weitere Zulage von 300 Euro pro Jahr. Sie sollten sich deshalb direkt nach der Geburt einen Kinderzulagenantrag von ihrem Vertragspartner zusenden lassen.

Lesetipp:  Lohnt sich die Riester-Rente für Beamte?

Auch nach einer Hochzeit ändern sich einige Dinge. Ehepartner, die bisher keinen Anspruch auf eine Riester-Förderung hatten, können nach der Heirat ebenfalls einen Vertrag abschließen, wenn sich auch der Partner an die geltenden Regeln hält.
Wenn beispielsweise eine Studentin ohne Sozialversicherungsabgaben einen Arbeitnehmer heiratet, kann sie ebenfalls von Zulagen und Steuerersparnissen profitieren. Dies wird auch als mittelbare Förderung bezeichnet. Voraussetzung hierfür ist, dass beide Ehepartner jeweils mindestens 60 Euro pro Jahr in den Vertrag einzahlen.

Lassen Sie sich von ihrem Vertragspartner einen neuen Grundzulagenantrag zuschicken und tragen Sie auf diesem einfach den Ehepartner nach. Der Ehepartner, der bisher noch keine Riester-Rente abgeschlossen hatte, kann sich einen passenden Vertrag aussuchen.

Wenn sich Gehalt oder Arbeitsplatz ändert

Kommt es zu Änderungen beim Gehalt, dann sollten Sie prüfen, inwieweit sich diese auf jährlichen Mindestzahlungen auswirken. Bei einer Gehaltserhöhung müssen Sie einen entsprechend höheren Betrag einzahlen, um die maximale Förderung zu erhalten. Prüfungsbedarf besteht unter anderem bei

  • einem Wechsel des Arbeitsplatzes
  • dem Abschluss eines neuen Tarifvertrages
  • außertariflichen Sonderzahlungen
  • Zahlung von Zuschlägen
  • der Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen Nebenjobs

Auch hier können die Zulagenanträge jederzeit aktualisiert und die Einzahlungsbeträge für das folgende Jahr aktualisiert werden.

Gibt es lohnenswerte Alternativen?

Eine mögliche Alternative zur Riester-Rente ist für Singles die betriebliche Altersversorgung. Diese wird ebenfalls staatlich gefördert, besitzt jedoch den Nachteil, dass die auf die späteren Rentenzahlungen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen. Dazu gibt es verschiedene nicht geförderte Anlageprodukte. Diese bieten den Vorteil, dass Sie in der Auszahlungsphase nicht oder nur geringfügig versteuert werden müssen. Allerdings wiegt dies die staatlichen Förderungen in der Regel nicht auf. Dies gilt insbesondere, wenn der Riester-Vertrag bereits in jungen Jahren abgeschlossen wird und sich somit eine entsprechend höhere Forderung ergibt.

Fazit: „Ja, sie lohnt sich!“

Auch Singles und Alleinstehende sollten sich die staatlichen Förderungen für die Riester-Rente nicht entgehen lassen. Um mit einer nicht geförderten Anlage dieselben Rentenzahlungen zu erhalten, müsste diese eine überdurchschnittlich hohe Rendite bieten. Ändern sich die Lebensumstände, lässt sich der Vertrag ohne Probleme anpassen.