Krankenversicherungspflicht für selbständige Ausländer


Ob im Handel- oder Dienstleistungsbereich, Gast- oder Baugewerbe – Unternehmer aus dem Ausland sind zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Wirtschaft geworden. Über 660.000 selbständige Ausländer leben und arbeiten derzeit in Deutschland (Stand 2011). Auch Sie unterliegen gemäß dem Deutschen Gesetzgeber der Krankenversicherungspflicht.

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Regelungen für ausländische EU-Bürger

Durch das immer stärkere Zusammenwachsen des europäischen Wirtschaftsraumes existieren für EU-Ausländer zahlreiche Regelungen hinsichtlich der Krankenversicherung in Deutschland. Im Rahmen der sogenannten „Freizügigkeit“ haben EU-Bürger in der Regel das Recht für kurz- bis mittelfristige Aufenthalte die bestehende Krankenkasse weiterzuführen und für Notfallbehandlungen ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) zu nutzen. Diese garantiert jedoch nicht den vollkommenen Leistungsumfang.

EU Flagge
© Henner Damke / Fotolia

Um als EU-Bürger umfassend in Deutschland versichert zu sein, empfiehlt es sich für ausländische Selbständige bei zeitlich begrenzten, wirtschaftlichen Vorhaben eine zusätzliche, private Auslandskrankenversicherung im Heimatland abzuschließen.
Bei längeren oder dauerhaften Aufenthalten in Deutschland ist ein Antrag zur Aufnahme in eine deutsche Krankenkasse sinnvoll. Die Beantragung kann zumeist unkompliziert bei einer privaten Krankenversicherung (PKV) vorgenommen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die freiwillige Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) möglich.

Regelungen für ausländische Nicht-EU-Bürger

Bis auf die Möglichkeit der EHIC, gelten für Migranten aus der Nicht-EU-Ländern gleiche Bestimmungen hinsichtlich der Krankenversicherungspflicht. Sowohl bisher gesetzlich Versicherte als auch alle anderen selbständigen Migranten können auch einen Antrag bei einer PKV für die persönliche Absicherung im Krankheitsfall stellen.

Der Beitrag für eine Privatversicherung bemisst sich, wie bei deutschen Mitglieder auch, einerseits am Gesundheitszustand und andererseits am Alter des Versicherungsnehmers. Insbesondere junge und gesunde Männer profitieren dabei oftmals von günstigen Beiträgen. Zusätzlich gestalten sich die Leistungen meist qualitativ hochwertiger und umfangreicher als bei der GKV in Deutschland. Im Gegenzug können in der GKV Familienmitglieder ohne bzw. mit geringen Einkommen kostenfrei mitversichert werden.


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Allerdings kann nicht jeder selbständige Ausländer eine (freiwillige) Mitgliedschaft in einer der deutschen gesetzlichen Krankenkasse erhalten. Nur wenn zuvor eine gesetzliche Absicherung (auch in einem anderen Land) bestand, ist eine freiwillige, gesetzliche Krankenversicherung zum aktuell gülten Beitragssatz möglich.

Achtung: eine Krankenversicherung ist Pflicht

Seit Januar 2009 besteht nicht mehr nur für Arbeitnehmer in Deutschland die allgemeine Krankenversicherungspflicht. Auch Selbständige (Deutsche und Migranten) brauchen nun einen gültigen Versicherungsschutz. Sogenannte Basistarife in der PKV erfüllen unter anderem diese gesetzliche Auflage.

Wird die Pflicht zur individuellen Krankenversicherung nicht erfüllt, drohen bei einer Überprüfung des persönlichen Versicherungsschutzes Strafgelden. Diese werden in der Höhe der Monatsbeiträge für bis zu 5 Jahren rückwirkend (ab 1.1.2014) von der jeweiligen Krankenkasse erhoben, sofern diese nicht darauf verzichtet. Doch dies ist einerseits nur bei Privatversicherungen möglich und kommt andererseits laut Versicherungsexperten verhältnismäßig selten vor.

Eine generelle Befreiung von der Krankenversicherungspflicht ist sowohl für deutsche als auch selbständige Ausländer aufgrund der deutschen Gesetzeslage nicht möglich. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich schon beim Einstieg in die Selbständigkeit ausführlich mit dem persönlichen Krankenversicherungsschutz auseinanderzusetzen.