Krankenkassenbeiträge und Zusatzbeiträge in 2016: Die Änderungen im Überblick?


Wie in jedem Jahr haben sich auch zum 1. Januar 2016 erneut Änderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung ergeben. Allerdings sind die Änderungen hinsichtlich der Krankenkassenbeiträge dieses Jahr weit weniger einschneidend und umfangreich wie im Vorjahr, als es zur Einführung der einkommensabhängigen Zusatzbeiträge kam.

Jetzt die beste PKV finden
kostenloser und unverbindlicher Vergleich

  • über 300 Tarife vergleichen
  • erstklassige Leistungen sichern
  • bis 2.500 € pro Jahr sparen
  • kostenlos und unverbindlich
  • unabhängig und individuell
  • werbefrei und qualitätsgeprüft


Diese wurden zum Jahresbeginn bei einer Vielzahl von Krankenkassen erhöht. Einschneidende Änderungen wurden darüber hinaus vor allem im Hinblick auf Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) vorgenommen.

Die Entwicklung der Zusatzbeiträge 2015 bis 2016

Zu den Änderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung im Januar 2015 gehörte die Einführung von Zusatzbeiträgen. Bis dahin hatte in Deutschland ein für alle gesetzlichen Krankenkassen einheitlicher Satz von 15,5% des jeweiligen Einkommens vor Steuern gegolten. Dieser allgemeine Satz wurde auf Initiative der Großen Koalition hin um 0,9% auf 14,6% ab gesenkt. Im Gegenzug wurden die gesetzlichen Krankenkassen dazu ermächtigt, Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern zu erheben. Diese Regelung diente nicht zuletzt dazu, den durch die einheitlichen Krankenkassenbeiträge in weiten Teilen erlahmten Wettbewerb zwischen den einzelnen Kassen neu anzufachen.

Recherche der Krankenkassenbeiträge
© Alliance / Fotolia

Von dieser Möglichkeit haben zu jetzigen Stand praktisch alle Krankenkassen Gebrauch gemacht. Lediglich die ausschließlich regional operierende Metzinger Betriebskrankenkasse erhebt auch in diesem Jahr keinen Zusatzbeitrag. Den niedrigsten Zusatzbeitrag einer bundesweit operierenden gesetzlichen Krankenkasse verlangt mit lediglich 0,59% die Handelskrankenkasse (kurz: HKK). Die aktuell höchsten Zusatzbeiträge erhebt die Viactiv BKK. Diese liegen bei 1,7%. Wichtig zu wissen ist, dass für den Fall einer erstmaligen Erhebung oder einer späteren Erhöhung von Zusatzbeiträgen ein Sonderkündigungsrecht für Mitglieder von Krankenkassen nach § 175 des Fünften Sozialgesetzbuchs (Link) besteht. Dieses ist bis zum Ende des Monats befristet in welchem die Zusatzgebühr erstmalig erhoben bzw. erhöht wurde. Die höchste Erhöhung zum 1. Januar 2016 hat mit 0,7% die BKK Euregio vorgenommen.

Änderungen für Hartz IV Empfänger

In besonderer Weise von Änderungen betroffen sind zu Beginn dieses Jahres die Bezieher von Arbeitslosengeld II mit eigener Familie. Bisher war es so, dass Hartz IV Empfänger Arbeitnehmern insoweit gleich gestellt waren, als bei einer Mitgliedschaft in einer Krankenkasse die übrigen Familienmitgliedern automatisch mit versichert waren. Diese Mitversicherung wurde für alle Kinder mit einem Alter von 14 Jahren und darüber abgeschafft.


Lesetipp:  Die Private Krankenversicherung wird 2012 teurer: Was Verbraucher tun können?

Ab dem 15. Lebensjahr verhält es sich für Kinder von Hartz IV Empfängern daher inzwischen so, dass diese eine eigene Anmeldung bei einer Krankenversicherung benötigen. Diese Anmeldung kann folgerichtig auch bei einer anderen Krankenversicherung erfolgen als bei jener, bei der das arbeitslose Elternteil Mitglied ist. Hintergrund für diese Entwicklung ist die im Rahmen des Qualitätsentwicklungsgesetzes für die gesetzlichen Krankenkassen vorgesehene eigenständige Versicherungspflicht ab dem fünfzehnten Lebensjahr.

Eine kurze Beispielrechnung:

Krankenversicherungsbeiträge 2011
© jedi-master / Fotolia

Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt in Deutschland derzeit bei etwa 3.500 Euro pro Monat. Ein Arbeitnehmer mit einem Einkommen müsste bei Annahme des Grundbetrages mindestens 511 Euro an Krankenkassenbeiträgen abführen. Wie bereits dargelegt erheben allerdings faktisch alle Krankenkassen Zusatzbeiträge. Bei der Techniker Krankenkasse liegt dieser seit 1. Januar bei 1,0%.

Bei einer Mitgliedschaft in der TKK ergäbe sich daher folgende Berechnung für die Krankenkassenbeiträge:

Monatliches Einkommen (brutto): 3.500,00 Euro
Beitrag zur GKV (15,6 %): 546,00 Euro
Anteil Arbeitnehmer: 290,50 Euro
Anteil Arbeitgeber: 255,50 Euro
Pflegeversicherung: 41,13 Euro

Vor dem 1. Januar 2016 lag der Zusatzbeitrag der Techniker Krankenkasse noch bei 0,8%. Dies hätte folgende Rechnung für die Krankenkassenbeiträge ergeben:

Monatliches Einkommen (brutto): 3.500,00 Euro
Beitrag zur GKV (15,6 %): 539,00 Euro
Anteil Arbeitnehmer: 283,50 Euro
Anteil Arbeitgeber: 255,50 Euro
Pflegeversicherung: 41,13 Euro

Da der Arbeitgeber keine anteiligen Kosten an den Zusatzbeiträgen leistet, wird die Erhöhung von 7,00 Euro voll auf den Arbeitnehmeranteil angerechnet und wird folglich auch in voller Höhe vor Auszahlung des Nettolohns unmittelbar in Abzug gebracht. Für die genaue Berechnung der aktuellen Krankenkassenbeiträge bzw. der sich im Rahmen der Erhöhungen der Zusatzbeiträge zum 1. Januar 2016 ergebenden Veränderungen gibt es im Internet ein Vielzahl kostenlos nutzbarer Sozialversicherungsrechner.