Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen: das sollten Sie wissen!


Der Abschluss einer Kapitallebensversicherung ist in der Regel mit der Beantwortung von Gesundheitsfragen verbunden. Diese Befragung wir dazu verwendet, dass den Gesundheitszustand des potenziellen Versicherungsnehmers zu beurteilen, was wiederrum Einfluss auf die Beiträgshöhe hat. Unter gewissen Umständen kann es sinnvoll sein, diese Befragung zu um gehen. Wir zeigen Ihnen, was dabei zu beachten ist.

Fragen immer wahrheitsgemäß beantworten

Besteht die Versicherung auf einer Gesundheitsprüfung, so müssen die gestellten Fragen in jedem Falle wahrheitsgemäß beantwortet werden. Bei unrichtigen Angaben riskieren Sie, dass die Hinterbliebenen im Todesfall keine oder nur eingeschränkte Leistungen erhalten. Zudem hat die Versicherung jederzeit die Möglichkeit den Vertrag zu widerrufen. Dabei kann es passieren, dass Sie nur einen Teil der eingezahlten Beträge erstattet bekommen.

Es geht auch ohne Prüfung

Wenn Sie bereits bei einer Versicherung aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt wurde, dann besteht die Chance, eine Kapitallebensversicherung auch ohne die Beantwortung von Gesundheitsfragen abzuschließen. Diese wird von verschiedenen Versicherungsgesellschaften angeboten, wobei am ehesten bei einer fondsgebundenen Police auf eine gesundheitliche Prüfung verzichtet wird. Aufgrund des erhöhten Risikos für die Versicherer kommt es dabei jedoch zumeist zu einigen Einschränkungen beim Versicherungsschutz.

Nur begrenzte Versicherungssummen möglich

Gesundheitsfragen Arzt
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In den meisten Fällen können Kapitallebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen nur bis zu einer bestimmten Versicherungssumme abgeschlossen werden. Bei vielen Anbietern liegt die Höchstgrenze bei 60.000 Euro. Gängig sind fondsgebundene Varianten mit einem Höchstbetrag von 50.000 Euro.


Benötigen Sie einen höheren Versicherungsschutz, dann bleibt als Ausweg nur der Abschluss mehrerer Policen. Dies ist jedoch relativ unpraktisch und zudem auch noch sehr teuer.

Dazu gibt es oftmals auch Einschränkungen, was das mögliche Alter des Versicherungsnehmers betrifft. Eine Besonderheit ist dabei das oftmals relativ hohes Mindestalter von 40 Jahren. Für Versicherungsnehmer die älter als 70 Jahre ist ein Abschluss ohne Überprüfung des Gesundheitszustandes in der Regel nicht mehr möglich.

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Nur eingeschränkte Leistungen im Versicherungsfall

Zunächst müssen Sie beim Abschluss mit einer Wartezeit rechnen. Diese kann je nach Anbieter zwischen ein und fünf Jahren betragen. Innerhalb der Wartezeiten gilt nur ein sehr eingeschränkter Versicherungsschutz.

Bei Tod des Versicherungsnehmers erhalten die Hinterbliebenen nur die eingezahlten Beträge plus eines eventuellen Risikoüberschusses. Einzig beim Tod durch Unfall wird die volle vereinbarte Versicherungssumme ausbezahlt.
Hier sollten Sie genau darauf achten, was nach den jeweiligen Versicherungsbedingungen als Unfall gewertet wird. Geht dem Unfall eine Erkrankung wie beispielsweise ein Schlaganfall oder Herzinfarkt voraus, besteht zumeist ebenfalls nur ein eingeschränkter Versicherungsschutz.

Für wen solche Verträge sinnvoll sind

Eine solche Versicherung bietet sich in erster Linie für Personen an, die aufgrund verschiedener Vorerkrankungen bereits von verschiedenen Gesellschaften abgelehnt wurden. Insofern ist die kapitalbildende Variante eine gute Alternative zur Risikolebensversicherung, bei der die Gesundheitsfragen generell beantwortet werden müssen.

Nach Möglichkeit sollten Sie jedoch nicht abwarten, bis mehrere Versicherungsgesellschaften Ihren Antrag abgelehnt haben. Diese Anträge werden ebenso wie Leistungsausschlüsse und vereinbarte Risikozuschläge in einem Zentralverzeichnis gespeichert, auf das alle Gesellschaften zugreifen können. So kann es passieren, dass der Antrag bereits im Vorfeld aufgrund der Historie im Zentralverzeichnis abgelehnt wird.

Unser Fazit

Eine Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen ist nur dann zu empfehlen, wenn zwingende Gründe vorliegen. Zum einen sind die Beiträge im Vergleich zu anderen Angeboten höher und zum anderen gibt es deutliche Einschränkungen beim Versicherungsschutz. Allerdings bieten diese Angebote auch Menschen mit Vorerkrankungen die Möglichkeit, die Familie vor finanziellen Einbußen bei einem Todesfall abzusichern.