Die Grundlagen zur Kalkulation von Versicherungsprämien

Die Kosten einer Versicherung sind beim einem Vergleich von Angeboten und Tarifen eines der wichtigsten Kriterien. Wenn Sie die Grundlagen der Kalkulation von Versicherungsprämien verstehen, können Sie die Tarifangebote in Zukunft besser einschätzen und viel Geld sparen.

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Alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Unabhängig von der Versicherungssparte orientiert sich die Tarifierung stets an der Wahrscheinlichkeit, mit dem ein abgesichertes Risiko eintritt. Als Grundlage für sämtliche Tarife verwenden die Versicherungsgesellschaften statistische Auswertungen oder Sterbetafeln, deren Wahrscheinlichkeitswerte aus der Schadensgeschichte der Versicherung heraus resultieren.

Da jede Versicherungsgesellschaft über die Jahre und Jahrzehnte eine andere Schadenshistorie besitzt, ergeben sich zwangsläufig Abweichungen bei der Risikobewertung und somit auch bei der Beitragshöhe – und unter den exakt gleichen Voraussetzungen eines Kunden.

Personenversicherung (Kranken- und Lebensversicherung)

Grundlagen Kalkulation
© Picture-Factory / Fotolia

Die privaten Kranken- oder Lebensversicherungen nehmen bei der Tarifierung stets Bezug auf die durch den Vertrag begünstigte Person. Aus diesem Grund fließen persönliche Faktoren wie das Alter und der Gesundheitszustand des Versicherten in die Kalkulation mit ein.

Wer sich z. B. in einem höheren Lebensalter dazu entschließt, eine Krankenzusatzversicherung abzuschließen, muss hierbei einen höheren Beitrag im Vergleich zu jüngeren Personen in Kauf nehmen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob der Antragssteller selbst bei bester Gesundheit ist, für die Kalkulation der Versicherungsprämien vertraut die Versicherungsgesellschaft ausschließlich auf ihre Erfahrung mit dem Kundenstamm der entsprechenden Altersgruppe, die mit höherem Lebensalter ein wachsendes Risiko darstellt.


In der Vergangenheit wurde auch das Geschlecht in die Tarifierung mit eingeschlossen, so ergab sich für Frauen aufgrund der durchschnittlich höheren Lebenserwartung ein höherer Beitragssatz bei der Absicherung von Personenrisiken. Ab dem 21. Dezember 2012 wurde diese Regelung europaweit zugunsten von Unisex-Tarifen fallen gelassen, sodass das Geschlecht nicht mehr die Höhe der Beiträge beeinflusst.

Individual- un Kompositversicherung

Die Berechnung von Beiträgen in der Komposit- oder Individualversicherung erfolgt auf einer anderen Rechnungsgrundlage. Zu diesen Versicherungen zählen beispielsweise:

  • KFZ-Versicherung
  • Unfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Sachversicherungen

Auch bei diesen Kompositversicherungen spielen Wahrscheinlichkeiten bei der Tarifierung eine wesentliche Rolle, z. B. die Unfallwahrscheinlichkeit eines bestimmten Automodells im Straßenverkehr oder die Häufigkeit von Unfällen mit Invaliditätsfolge, die einen Leistungsanspruch mit sich bringen. Bei sämtlichen Kompositversicherungen können jedoch durch Alter, Geschlecht oder Gesundheit des Versicherten keine Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit eines entsprechenden Schadens gezogen werden.

Lesetipp:  Gesetzlich freiwillig versichert: Mindestbeitrag & max. Beitrag

Die Höhe der Versicherungsprämien orientiert sich zudem an der vertraglich festgelegten Versicherungs- oder Deckungssumme. Diese stellt den Maximalbetrag dar, die im Schadensfall an den Versicherungsnehmer gezahlt wird. Der Versicherte hat somit einen direkten Einfluss auf die Beitragshöhe, indem er sich z. B. explizit für die Absicherungshöhe von Sach-, Personen- und Vermögensschäden im Haftpflichtbereich oder einer maximalen Invaliditätspauschale in der Unfallversicherung entscheidet.

Natürlich sollten hierdurch keine falschen Rückschlüsse gezogen werden. Auch wenn sich die Beitragshöhe durch die maximale Versicherungssumme beeinflussen lässt, sollte diese nicht zugunsten geringer Kosten zu niedrig angesetzt werden. Für sämtliche Kompositversicherungen ist es zunächst wichtig, dass die Leistungen in einem individuell benötigten Maße erbracht werden und keine Unterversicherung eintritt. Wurde dieser individuelle Standard festgelegt, lässt sich an diesem Wert orientiert eine Minimierung der Beitragszahlungen vornehmen.

Wie Sie durch dieses Wissen Geld sparen können

Letztlich ergeben sich zwei Möglichkeiten, wie Sie als Kunde von diesen Grundlagen der Kalkulation von Versicherungsprämien profitieren können. Die erste Möglichkeit wurde bereits oben angedeutet: Jede Gesellschaft arbeitet mit unterschiedlichen Statistiken und Wahrscheinlichkeiten. Abhängig davon, wie groß die jeweilige Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Schadensereignis eingeschätzt wird, wird ein mehr oder weniger hohen Beitrag angesetzt. Daher lohnt es sich für Sie in jedem Fall, bei Interesse an einem neuen Vertragsabschluss zahlreiche Tarifvarianten unterschiedlicher Versicherer zu überprüfen, da sich bei den gleichen Voraussetzungen zwangsläufig Abweichungen ergeben.

Die zweite Möglichkeit für Einsparungen ergibt sich vorrangig bei sogenannten Direktversicherern, die ihre Tarife ausschließlich über das Internet anbieten. Hierzu muss berücksichtigt werden, dass sich jeder Versicherungsbeitrag aus unterschiedlichen Anteilen wie dem Risiko- und Kostenanteil zusammensetzt. Der Versicherte zahlt also nicht ausschließlich für die Absicherung individueller Risiken, sondern trägt anteilig auch die Verwaltungskosten oder Abschlussgebühren des Maklers mit.
Letztere fallen bei Direktversicherern niedriger aus, da diese nicht über ein Filial- oder Maklersystem verfügen und entsprechende Kostenanteile bei der Kalkulation Ihrer Versicherungsprämien außen vor lassen können. Der Ersparnis, die sich hierdurch bei Direktversicherern ergeben, steht allerdings ein etwas eingeschränkter Service durch die fehlende Erreichbarkeit der Kundenservices vor Ort gegenüber.