Gesundheitskarte der Krankenkassen: Wichtige Infos zur Einführung

In den nächsten Wochen werden einige Millionen gesetzlich Krankenversicherte die neue elektronische Gesundheitskarte der Krankenkassen erhalten. Doch für viele Versicherte ist aktuell noch nicht klar, welche Daten auf der Karte gespeichert werden und wo der Nutzen liegen soll.

Jetzt die beste PKV finden
kostenloser und unverbindlicher Vergleich

  • über 300 Tarife vergleichen
  • 1. Klasse Leistungen sichern
  • bis 2.500 € pro Jahr sparen
  • kostenlos und unverbindlich
  • unabhängig und individuell
  • werbefrei und qualitätsgeprüft


Die Einführung der neuen elektronischen Gesundheitskarte sollte ursprünglich bereits im Jahr 2006 erfolgen. Jedoch hat sich die Erstellung und die Auslieferung aufgrund technischer Probleme bis heute verzögert. Bis zum Ende des Jahres sollen nun erst einmal rund zehn Millionen gesetzlich Versicherte die neue Versichertenkarte ausgehändigt bekommen. Im nächsten Jahr und spätestens bis 2013 wird sie dann auch an die restlichen Versicherten geliefert. Es bekommt also ausnahmslos jedes Mitglieder der GKV eine Karte – ob er möchte oder nicht.

Es gibt zwei Hauptgründe für die Einführung: Der erste Hauptgrund ist, dass auf dem enthaltenen Mikrochip deutlich mehr Daten als bisher gespeichert werden können. Dadurch soll auch der Austausch dieser Daten zwischen behandelnden Ärzten verbessert werden. Das kommt letztendlich auch dem Patienten durch eine gezieltere Behandlung zugute. Der zweite Hauptgrund ist die Reduzierung des Missbrauchs der Versichertenkarte. Denn durch das darauf befindliche Passbild, ist es nicht mehr so leicht wie bisher, die Karte eines Anderen zu nutzen.

Während die neue Gesundheitskarte für alle gesetzlich Versicherten verbindlich bis spätestens 2013 ausgegeben wird, ist das bei den Mitglieder von privaten Krankenversicherungen nicht zwingend der Fall. Denn bislang haben sich die privaten Krankenkassen nicht an den Kosten für die notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen beteiligt. Und aus diesem Grunde bekommt auch nicht jeder Privatversicherte die neue Karte.

Bessere und schnellere Behandlung möglich

© Volker Witt / Fotolia

Der Hauptzweck und Vorteil der Karteneinführung ist, dass sie mehr Komfort und auch mehr Sicherheit bietet. So können auf der Karte zum Beispiel auch Notfall-Informationen gespeichert werden, die im Ernstfall sogar das Leben des Patienten retten können. Zudem werden viele Doppeluntersuchungen nicht mehr nötig, da jeder Arzt dann alle vorhandenen Untersuchungsergebnisse direkt einsehen kann.
Zum Einsatz kommt die neue elektronische Gesundheitskarte ab sofort (ab Auslieferung). Alle die Ihre Gesundheitskarte erst 2012 / 2013 bekommen, können in dieser Zeit natürlich noch Ihre alte Versichertenkarte verwenden. Eine generelle Mitführungspflicht, wie zum Beispiel beim Personalausweis, gibt es zwar nicht. Aber: Zumindest bei jedem Arztbesuch muss sie auf Verlangen vorgelegt werden.


Lesetipp:  Basisleistungen der gesetzlichen Versicherung: Zusatzversicherung als Ergänzung

Diese Daten werden elektronisch gespeichert

Die folgende Übersicht soll darstellen, welche Daten überhaupt auf der Gesundheitskarte gespeichert werden können. Allerdings werden vorläufig bei weitem noch nicht alle möglichen Daten hinterlegt. Viele weitere Informationen sollen erst nach und nach folgen.

  • Name, Anschrift und Krankenkasse
  • Versicherungsstatus (Haupt- oder Mitversicherter)
  • Passbild
  • neue Krankenversichertennummer
  • Datum des Versicherungsbeginns

Neben vorherigen Pflichtdaten können noch zusätzlich noch freiwillig die folgenden Daten angegeben werden:

  • Notversorgungsdaten
  • Arzneimittelrisiken und Arzneimittelunverträglichkeiten
  • elektronische Patientenakte
  • elektronischer Ärztebrief
  • Daten über erhaltenen Leistungen
  • weitere individuelle Daten des Patienten

Auch das auf der neuen Gesundheitskarte befindliche Passbild zählt also zu den Pflichtdaten. Der Grund für die Einführung des Passbildes ist die zuvor bereits angesproche Verringerung des Kartenmissbrauchs. Dieser hat die Krankenkassen in den letzten Jahren viele Millionen Euro gekostet. Da sich bisher kaum ein Arzt zusätzlich zur Versichertenkarte den Personalausweis vorzeigen lies, konnten sich zum Beispiel Nicht-Krankenversicherte durch Vorlage einer gestohlenen Versicherungskarte behandeln lassen. Durch das Passbild ist jetzt leicht zu überprüfen, ob der Vorleger der Karte auch wirklich der Versicherte ist.

Eigene Daten online aktualisieren

Weiterhin ist wichtig zu wissen, dass nun die Stammdaten des Patienten leicht und für die Krankenkassen kostengünstig online aktualisiert werden können. Bislang musste zum Beispiel bei einer Änderung der Anschrift jeweils eine neue Karte ausgestellt werden. Auch die Bereitschaft zu einer möglichen Spende von Organen könnte zukünftig elektronisch auf der Gesundheitskarte festgehalten werden. Dieses Thema ist derzeit jedoch noch sehr umstritten.
Um die Sicherheit der Nutzung zu gewährleisten, soll jeder Versicherte auch eine sechsstellige Karten-PIN erhalten. Dadurch wird gewährleistet, dass außer den Ärzten keine Fremden die Daten auslesen können.