Erwerbsminderungsrente Anspruch: Voraussetzungen & Krankheiten


Informationen über die Anspruch für eine Erwerbsminderungsrente. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Und welche Krankenheiten sind häufig ursachen?

Erwerbsminderungsrente Anspruch
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Sobald aufgrund von Behinderungen oder Krankheiten die Aufnahme und das Nachgehen einer Erwerbstätigkeit nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich sind, besteht eine verminderte Erwerbsfähigkeit.

Unter den im Gesetzes § 435 SGB III (Reform der Renten wegen verminderter Erwerbstätigkeit) beschriebenen Voraussetzungen, steht Personen mit verminderter Erwerbsfähigkeit eine Erwerbsminderungsrente zur Sicherung des Lebensunterhaltes zu. Diese Rentenform tritt dabei seit 1. Januar 2001 an die Stelle der vorher bestehenden Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsrente.

Wann kann ein Rentenanspruch geltend gemacht werden?

Schädigungen des Rückens, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, schwere Depressionen sowie Krebs-Erkrankungen zählen zu den typischen Krankheiten, die unter Umständen zu einer verminderten Erwerbsfähigkeit führen und auch als solche anerkannt werden.

Um die Erwerbsminderungsrente in Anspruch nehmen zu können, gelten u.a. folgende Voraussetzungen:

  • Es besteht der Mindestversicherungszeitraum von 5 Jahren in der gesetzlichen
    Rentenversicherung. Dabei gelten auch Zeiten der Kindererziehung, häuslichen Pflege,
    Arbeitslosigkeit mit der Beziehung von Arbeitslosengeld I/II sowie Krankheitszeiten unter der Beziehung des Krankengeldes. Ausnahmeregelungen bestehen hierzu bei verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund beruflich bedingter Krankheiten sowie Folgen von Arbeitsunfällen.
  • Eine Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit durch Rehabilitationsmaßnahmen ist nicht möglich.
  • Eine Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden ist aufgrund von Behinderungen oder/und Erkrankungen nicht möglich.

Um den Rentenanspruch geltend zu machen, muss bei der zuständigen Rentenstelle ein entsprechender Antrag gestellt werden, der auf Grundlage ärztlicher Gutachten und Unterlagen geprüft wird.

Rentenhöhe: volle und halbe Erwerbsunfähigkeit

Um die volle Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit zu erhalten, muss die Situation des Antragstellers auf nicht absehbare Dauer die Arbeitszeit auf weniger als 3 Stunden am Tag einschränken und den Zugang zum normalen Arbeitsmarkt verwehren.

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Sind pro Tag mehr als 3 Stunden, aber weniger als 6 Stunden Arbeitszeit möglich, so besteht Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungsrente. Diese soll in Verbindung mit einer geeigneten Teilzeitarbeit die finanziellen Mittel für den Lebensunterhalt sichern. Bietet der allgemeine Arbeitsmarkt keine entsprechende Teilzeitstelle, so besteht die Möglichkeit auf den Erhalt einer Rentenzahlung in voller Höhe.

Die Rentenhöhe wird nach dem Einkommen der Rentenbeitragszeit berechnet und liegt bei ca. 30% bis 34% des Bruttoeinkommens. Um die volle Rentenhöhe zu erhalten, gibt es noch weitere Voraussetzungen neben dem Vorhandensein bestimmter Behinderungen und Erkrankungen. So steht die volle Erwerbsminderungsrente nur Menschen zu, die das 63. Lebensjahr vollendet haben.

Jüngere Rentenempfänger müssen mit max. 10,8% Abschlägen rechnen. Ebenfalls können Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung sowie Hinzuverdienste die Rentenhöhe mindern.