Betriebliche Altersvorsorge als Sonderausgaben steuerlich absetzbar


Die Beiträge für die Betriebliche Altersvorsorge sind als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Informationen über die Absetzbarkeit und Steuervoteile bei der Betriebsrente.

Laut Einkommenssteuergesetz (§ 10 EStG) sind bestimmte Aufwendungen als Sonderausgaben steuerlich absetzbar, sofern sie weder als Werbungskosten noch als Betriebsausgaben gelten.

Als Aufwendung können Sonderausgaben somit vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Dazu zählen auch Vorsorgeaufwendungen, zu denen u.a. die betriebliche Altersvorsorge (BAV) gehört. Diese in Deutschland kann auf mehreren Wegen erfolgen: Direktzusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Direktversicherung und Pensionsfonds bezeichnet.

Details zur Versteuerung

Sonderausgaben absetzen
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Die Beiträge für die BAV in Form der Direktzusage und der Unterstützungskasse sind als Sonderausgaben absetzbar und sozialversicherungsfrei für bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze, die 2010 bei 2.640 Euro liegt. Im Alter erfolgt (bis auf einen Versorgungsfreibetrag) auf die Auszahlungen die volle Versteuerung. Eine Riesterförderung, d.h. die Nettoentgeltumwandlung, ist nicht möglich.

Bei der Form der Pensionskasse existieren drei Wege für die betriebliche Altersvorsorge: die Pauschalversteuerung, die Brutto- und die Nettoumwandlung. Bei der Bruttoumwandlung sind bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze sozialversicherungsfrei und von der Steuer absetzbar.
Zusätzlich gilt bei ab dem Jahr 2005 abgeschlossenen Vorsorgeverträgen ein Betrag von 1.800 Euro als steuerfrei. Die späteren Altersauszahlungen hingegen sind voll steuerpflichtig. Bei der Nettoumwandlung erfolgt der Sonderausgabenabzug sowie die Zulagenförderung analog zu privaten Riester-Rente (d.h. 185 Kinderzulage pro Kind sowie 154 Euro Grundzulage). Auch hier sind die späteren Auszahlungen voll zu versteuern.

Pauschalversteuerung als Sonderform

Eine Sonderform der steuerlichen Behandlung stellt die Pauschalversteuerung dar. Diese gilt jedoch nur für Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Dabei sind bis zu 1.752 Euro nicht sozialversicherungspflichtig und es erfolgt eine 20 prozentige Pauschalsteuer zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Bei der Auszahlung wird nach einem mindestens 12-jährigen, steuerfreien Zeitraum der Ertragsanteil versteuert.

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Brutto- und Nettogeltumwandlung

Die Einzahlung für die betriebliche Altersvorsorge in einen Pensionsfonds kann auf dem Wege der Brutto- oder Nettoentgeltumwandlung erfolgen und gestaltet sich in der steuerlichen Behandlung wie die Form der Pensionskasse. Pensionsfonds unterscheiden sich gegenüber von Pensionskassen u.a. hinsichtlich der Anlagerichtlinien sowie der Höhe des Aktienanteils.

Ganz gleich auf welchem Wege die betriebliche Altersvorsorge stattfindet, rein unter steuerlichen Aspekten sollte sie unbedingt von Arbeitnehmern aufgrund ihrer Behandlung wahrgenommen werden. Inwiefern Sonderausgaben steuerlich absetzbar sind, darüber informiert auch das Bundesfinanzministerium für Finanzen sowie das zuständige Finanzamt vor Ort.