Betriebliche Altersvorsorge mit Berufsunfähigkeitsschutz koppeln


Durch die Möglichkeit einen Berufsunfähigkeitsschutz in eine betriebliche Altersvorsorge einzugliedern, lassen sich zwei der wichtigsten Versicherungen einfach miteinander verknüpfen. Das bringt einige Vorteile mit sich aber auch Nachteile, die man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte.

1. Schutz vor Verlust Ihrer Erwerbsfähigkeit

Wer erfolgreich mitten im Berufsleben steht, denkt oft nicht daran, was eine ernsthafte Erkrankung für die persönliche soziale Absicherung bedeuten kann. Was die meisten nicht wissen: Alle nach 1961 geborenen Berufstätigen dürfen kaum auf staatliche Hilfe hoffen.

finanzielle Sicherheit
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Wer – wie heutzutage jeder Vierte Berufstätige – durch eine ernsthafte Erkrankung aus der beruflichen Bahn geworfen wird, ist nicht selten mit den unangenehmen Folgen des sozialen Abstiegs konfrontiert. Die deutschen Sozialsysteme geben Überlebenshilfe, mehr aber auch nicht. Abhilfe schafft eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Im Schadensfall zahlt diese eine bei Versicherungsabschluss zu definierende Rente. In der Regel werden für die Bemessung etwa 75% des aktuellen Nettoeinkommens zuzüglich Weihnachts- und Urlaubsgeld veranschlagt und vertraglich fest geschrieben.

2. Vorsorge für Ihren Ruhestand über den Arbeitgeber

Arbeitnehmer haben seit dem 1. Januar 2002 einen gesetzlichen Anspruch auf eine Altersvorsorge über ihren Arbeitgeber. Mit dieser soll über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus eine finanzielle Absicherung im Alter gewährleistet werden. Sie bildet praktisch eine zweite Einkommens-Säule im Alter, neben jener der gesetzlichen Rentenversicherung.


Gängige Praxis ist die Entgeltumwandlung, bei der ein Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttogehalts für die Betriebsrente abführt. Zu den klassischen „Vehikeln“ zählen Pensions- oder Unterstützungskassen, sowie Pensionsfonds. Werden diese vom Arbeitgeber angeboten, so ist der Arbeitnehmer daran gebunden. Der Arbeitnehmer kann dann auf den Abschluss einer Direktversicherung bestehen, wenn die ihn beschäftigende Firma keine Form der betrieblichen Altersvorsorge anbietet. Die eingezahlten Vorsorgegelder sind von Lohnsteuer und Sozialabgaben befreit. Allerdings muss die auf diesem Wege generierte Betriebsrente später voll versteuert werden.

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Was bringt die Kombination dieser Produkte?

Eine betriebliche Altersvorsorge mit Berufsunfähigkeitsschutz bietet einen kombinierten Leistungsumfang, bei dem ein Teil der Entgeltumwandlung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung fließt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die dafür investierten Gelder zu Abstrichen bei der privaten Altersrente führen.

Arbeitnehmer, die aufgrund von Vorerkrankungen von keiner Versicherung angenommen werden, haben mit dem Kombi-Angebot über die Firma die Möglichkeit, Berufsunfähigkeitsschutz zu erhalten. Dort entfällt in der Regel die bei privaten Verträgen obligatorische Gesundheitsprüfung zugunsten einer vom Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter abzugebenden „Dienstobliegenheits-Erklärung“. Auch für jenen Personenkreis, dem die private Absicherung zu teuer ist, bietet sich der Kombipaket-Schutz an, sofern der Arbeitgeber dafür die Voraussetzungen geschaffen hat und dem Arbeitnehmer ein entsprechendes Angebot unterbreitet.

Aber aufgepasst! Jede Betriebsrente ist immer voll steuerpflichtig, gleichgültig, ob sie als Altersrente gezahlt wird oder im Zuge der eingetretenen Berufsunfähigkeit fällig wird.

Vor- und Nachteile individuell abwägen

Fazit dieser Betrachtung: Aus steuerlichen Gründen – Ersparnis bei Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen – ist eine betriebliche Altersvorsorge mit Berufsunfähigkeitsschutz durchaus interessant. Auch wer aufgrund von Vorerkrankungen einen Gesundheits-Check auf dem Wege zum Versicherungsabschluss befürchtet, liegt mit der Firmen-Option richtig.

Bei den Vorteilen der Kombination von Betriebsrente und Risikoschutz sollte man allerdings nicht vergessen, dass jeder Risikoschutz zu Lasten der Altersrente geht. Der Vorteil einer entkoppelten BU-Police auf privater Basis liegt auf der Hand. Dafür braucht man keinen betrieblichen Vertrag. Außerdem kann man sehr gezielt und in einer individuell gewünschten Höhe für den Fall der Berufsunfähigkeit vorsorgen.