Die Beiträge für einen PKV Basistarif berechnet

Der Basistarif der privaten Krankenversicherungen gilt als Gegenstück zu der gesetzlichen Krankenversicherung und richtet sich deshalb auch bei den Beiträgen nach den gesetzlichen Krankenkassen – obwohl die Berechnung nicht auf Basis des Einkommens geschieht.

PKV Testsieger 05/2020
Kostenloser Vergleich für Private Krankenversicherungen

  • Top-Tarife & Testsieger finden
  • erstklassige Leistungen sichern
  • monatliche Beiträge reduzieren
  • kostenlos und unverbindlich
  • unabhängig und individuell
  • werbefrei und qualitätsgeprüft

Beiträge im PKV Basistarif: Ermittlung und Höhe

Berechnung der Beiträge beim Basistarif
© olly / Adobe Stock

Eine Besonderheit des Basistarifs ist der Umstand, dass persönliche Erkrankungen und Risiken nicht in den Beitrag einspielen. Das begründet sich auch damit, dass eine vorherige Gesundheitsprüfung nicht erhoben wird. Die Beiträge für diesen werden regelmäßig angepasst und stiegen vor allem in den letzten Jahren konsequent, wie sich aus diesem Beispiel ablesen lässt:

  • 2017 betrug der Höchstsatz für Erwachsene ab 21 Jahren 682,95 Euro im Monat
  • 2019 betrug er bereits 702,32 Euro pro Monat
  • 2020 ergibt sich ein Höchstbetrag von 735,94 Euro pro Monat

Auch wenn der Basistarif vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist und als ein „Sozialtarif“ fungiert, ist er von steigenden Beiträgen also keinesfalls ausgenommen. Im Gegensatz zu anderen Tarifen ergibt sich eine Ausnahme für Menschen, die nachweisen können, dass sie sozial schwächer und hilfsbedürftig sind. Diese müssen in der Regel nicht den oben genannten Höchstsatz, sondern monatlich einen um die Hälfte reduzierten Satz zahlen.

Zu beachten ist im direkten Vergleich mit der gesetzlichen Krankenversicherung, dass sich der Basistarif generell aber nicht am Einkommen des Versicherten bemisst. Während zwar Risikozuschläge ebenfalls ausbleiben, müssen Versicherte im Basistarif in der Regel den Höchstsatz zahlen. Das führt unter anderem dazu, dass der Basistarif von der Stiftung Warentest scharf kritisiert wurde, da die eingeforderten Beträge meist identisch mit den Höchstsätzen der GKV sind, wobei diese Höchstsätze nur Menschen mit hohem Einkommen zahlen müssen – im Basistarif der PKV hingegen jeder.

Ebenfalls ist bei den Gesamtkosten zu berücksichtigen, dass der PKV Basistarif nur für die versicherte Person gilt und es keine kostenlos verfügbare Familienversicherung gibt. Kinder oder Ehepartner müssen also separate, kostenpflichtige Tarife abschließen und können nicht über den Basistarif erfasst werden.


Überschneidungen vom PKV Basistarif zur GKV

Der Basistarif ist allgemein ausgedrückt der PKV-Tarif mit GKV-Leistungen. Der Gesetzgeber gibt strikte Vorschriften für diesen vor, so müssen sich die Leistungen kontinuierlich an der GKV orientieren. Das bedeutet im Gegenzug aber auch, dass die bevorzugte Behandlung für Privatversicherte im Basistarif nicht mehr zutrifft.
Ebenso würden Versicherte Leistungen in ihrem PKV Basistarif verlieren, wenn diese Leistungen aus dem Katalog der GKV entfernt werden. Die Vorteile, die normalerweise mit der privaten Krankenversicherung in Verbindung gebracht werden, existieren im Basistarif nicht.

Lesetipp:  Wie viele kostet eine Private Krankenversicherung?
Arztbesuch als Privatpatient mit Basistarif
© olly / Adobe Stock

In seinen Kosten ist er immer auf die Höchstgrenze der GKV beschränkt. Wird der maximale Satz für gesetzliche Versicherer angehoben, wird diese Verteuerung also auch auf den Basistarif der PKV übernommen.

Ein großer Unterschied ist die Berechnung. Bei der GKV orientiert sich der Satz am Einkommen. Den Höchstsatz zahlen also nur Versicherte mit einem sehr hohen Einkommen, während in der PKV jeder ohne Ausnahmeregelung den Höchstsatz zahlt – selbst wenn Rente oder Einkommen unterdurchschnittlich sind. Der PKV Basistarif ist, genau wie die allgemeine Krankenversicherung der GKV, nicht einseitig kündbar.

Berechnung vom Basistarif

Die Berechnung der Beiträge für einen Basistarif gibt der Gesetzgeber vor. Sie baut sich auf eine einfache Formel auf:

aktuell geltender Höchstsatz für Krankenkassen
+ durchschnittlicher Zusatzbeitrag

= zu zahlender Betrag im Basistarif

Für das Jahr 2020 ergeben sich damit Beiträge in Höhe von 735,94 Euro. Anpassungen dahingehend können nur aus zwei Gründen stattfinden:

  • der Gesetzgeber passt die Höchstsätze der Krankenkassen an
  • oder der Versicherte ist nachweislich hilfsbedürftig und zahlt einen reduzierten Satz

Wer nachweislich hilfsbedürftig ist, zahlt exakt die Hälfte des oben genannten Beitragssatzes. Die zuständige Sozialbehörde übernimmt dann die andere Hälfte.

Die Beiträge können durch einen Selbstbehalt reduziert werden, ähnlich wie in den normalen Tarifen der PKV. Diese Reduzierungen werden dann von der privaten Krankenversicherung individuell festgelegt und könnten für Personen Sinn machen, die nur sehr selten erkranken.

Vorschriften und Regelungen vom PKV Basistarif

Bedenken Sie erneut, dass der Basistarif keine der Vorzugsleistungen einer gewöhnlichen privaten Krankenversicherung bietet. So sind beispielsweise Chefarztbehandlungen im Krankenhaus nicht möglich. Generell besteht keine freie Wahl unter allen Krankenhäusern und Privatkliniken, Versicherte müssen den Weg in das Krankenhaus antreten, das in der ärztlichen Einweisung genannt wurde.
Lebensbedrohliche Notfälle sind die Ausnahme. Versicherte müssen aber damit rechnen, dass weitere Kosten auf sie zukommen, wenn sie sich in ein gehobenes/teures Krankenhaus oder eine Privatklinik einweisen lassen. Die Differenz zu den normal zu erwartenden Beiträgen trägt der Versicherte selbst.

Ebenso müssen im Krankenhaus Zuzahlungen geleistet werden, zum aktuellen Zeitpunkt 10 Euro pro Behandlungstag für maximal 28 Tage im Jahr. Medikamente werden nur bis zu den in der GKV festgelegten Höchstbeträgen erstattet, unwirtschaftliche Medikamente oder Lifestyle-Präparate werden nicht unterstützt. Ebenso werden in aller Regel Hilfsmittel nicht gefördert, was auch die Brille beziehungsweise Gläser betrifft.

Neben den allgemeinen Beiträgen kommen bei aktiven Behandlungen also noch weitere Kosten hinzu, die in anderen PKV Tarifen meist durch den Versicherungskatalog komplett gedeckt werden.