Wann werden auf die Auszahlung der Rürup-Rente Krankenkassenbeiträge fällig?


Die Rürup-Rente gehört gerade unter Selbstständigen und Freiberuflter zu den beliebtesten Altersorge-Modellen. Dabei kann die Fällig von Krankenkassenbeiträgen im Zuge der Auszahlung der Rente die erwartete Rendite schmälern. Erfahren Sie hier wann genau dies der Fall ist und wie Sie herausfinden, ob sie betroffen sind.

Besonders für Selbstständige relevant

Mann überrascht
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Obwohl es sich sowohl bei der Riester-Rente als auch bei der Rürup-Rente um staatlich entwickelte Modelle zur privaten Altersvorsorge handelt, sprechen sie unterschiedliche Personenkreise an. Während sich die Riester-Rente hauptsächlich für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Beamte oder Soldaten sowie deren Ehepartner eignet, empfiehlt sich für Selbstständige, Freiberufler und sozialversicherungsbefreite Arbeitnehmer mit entsprechend hohem Einkommen die Rürup-Vorsorge.

Regelungen zu den Rentenansprüchen

Die Auszahlung der Rürup-Rente erfolgt im Grund genommen nach den Regelungen zur gesetzlichen Altersrente. Das bedeutet:

  • es handel sich um eine nicht an andere Personen übertragbare Leibrente,
  • die erfolgt eine Besteuerung der augezahlten Rente
  • es können Krankenkassenbeiträge für gesetzlich Versicherte Rentner anfallen.

Zusätzlich ist bei der Rentenauszahlung darauf zu achten, dass die Rentenansprüche nicht vererbbar sind. Eine Hinterbliebenenversorgung kann jedoch zusätzlich getroffen werden. Dies minimiert allerdings die eigene Rentenleistung. Das Recht auf die Einmalauszahlung eines Teilbetrages, besteht im Gegensatz zur Riester Rente nicht. Wie diese, ist die Rürup-Rente auch nicht pfändbar und auch bei längerer Arbeitslosigkeit und Hartz IV-Bezug geschützt.

Weiterhin ist hinsichtlich des Auszahlungszeitpunktes zu beachten, dass die Rürup-Rente bei Verträgen ab 2012 erst ab den 62. Lebensjahr ausgezahlt wird. Diese Neuregelung wurde vor dem Hintergrund der Erhöhung der Altersgrenze für den gesetzlichen Rentenbezug auf 67 Jahre getroffen. Verträge, die bis zum 31.12.2011 geschlossen wurden, leisten schon im 60. Lebensjahr ihre Auszahlung.

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Wann werden nun Versicherungsbeträge fällig?

Grundsätzlich gilt: Bei einer Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung fallen für Empfänger der Rürup-Rente keine Krankenkassenbeiträge an. Für freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versicherte Rentner können Beiträge fällig werden, wenn:

  • sich der Versicherte unter der Beitragsbemessungsgrenze befindet,
  • die satzungsrechtlichen Bestimmungen der Krankenkasse Auszahlungen aus der privaten Altersvorsorge vorsehen.

Ob Beiträge erhoben werden, hängt somit maßgeblich von der jeweiligen Krankenversicherung ab und sollte beim Abschluss einer Rürup-Rente in Erfahrung gebracht werden. Ebenfalls ist es wichtig in den Jahren bzw. Jahrzehnten bis zum Rentenbeginn auf eventuelle vertragliche Änderungen zu achten, die möglicherweise mit der Erhebung von Krankenkassenbeiträgen in der Auszahlungsphase verbunden sind.

Bleibt diese Altersvorsorge effizient?

Insbesondere für Selbständige mit einer hohen Steuerbelastung kann sich die Rürup-Altersvorsorge lohnen, da Kapitallebensversicherungen und andere private Rentenversicherungen (Vertragsabschluss nach 2005) nicht mehr steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Auch gut verdienende Angestellte, die für das Alter sparen möchten, profitieren von den Steuervorteilen.
Zusätzlich bietet die Rürup-Rente die Möglichkeit insolvenzsicher für das eigene Alter vorzusorgen, da sie beispielsweise bei der Vermögensanrechnung auf Hartz IV-Bezüge unberücksichtigt bleibt. Das Rürup-Modell gestaltet sich darüber hinaus sehr flexibel und schließt auf Wunsch eine steuerlich bevorteilte Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die Möglichkeit einer Hinterbliebenenversicherung mit ein.

Die Auszahlungsphase ist jedoch mit einigen Nachteilen verbunden, da es sich dabei um eine ausschließliche Leibrente handelt, die auch besteuert werden muss. Eine Beleihung, Übertragung, Verpfändung oder Verschenkung von Verträgen ist nicht möglich. Stirbt ein Versicherungsnehmer vor Beginn der Auszahlungsphase, verfällt der Sparbetrag.