Der Wechsel in den Basistarif der PKV

Wenn man die Beiträge der privaten Krankenversicherung zu hoch werden und es nur wenig Einsparmöglichkeiten gibt, bleibt oft nur ein Wechsel in den Basistarif. Es handelt sich um ein Produkt, das die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen abdeckt.

Was ist der Basistarif?

Wer alle Sparmöglichkeiten innerhalb seiner PKV ausgeschöpft hat, sollte den Wechsel in den sogenannten Basistarif in Betracht ziehen. Er hilft Versicherten, ihre Kosten in den Griff zu bekommen.

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Am 1. Januar 2009 wurde der Basistarif als Nachfolger des Standardtarifs eingeführt. Die Leistungen müssen in ihrem Umfang mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung übereinstimmen (§ 193 VVG). Daher dürfen die Beiträge nicht höher als in der GKV sein. Der Höchstsatz wird jedes Jahr neu angepasst, aktuell beträgt er 618,68 Euro (2016) pro Monat. Ist der Ehepartner auch im Basistarif versichert, liegt er bei 928,01 Euro.

Bei Altverträgen (bis 31.12.2008) muss einer dieser Punkte für einen Wechsel erfüllt sein:

  • Mindestalter von 55 Jahren
  • Bezug einer Rente
  • Beamtenpension
  • Nachweis über schwere finanzielle Verhältnisse

Die Gesetzeslage hat sich zum 1. Januar 2009 geändert: Wer seit diesem Stichtag ein Mitglied in der PKV ist, kann jederzeit in den Basistarif wechseln.


Schritt für Schritt in den Basistarif der PKV

1. Voraussetzungen prüfen:
Ist ein Wechsel in den Basistraif überhaupt möglich? Ab 55 können Sie auch den Standardtarif wählen, der etwas billiger ausfällt, dafür weniger Leistungen mit sich bringt.

2. Vor- und Nachteile kalkulieren:
Denken Sie bitte daran, dass Sie mögliche Leistungen verlieren, die in Ihrem alten PKV-Tarif enthalten sind. Diese können Sie nicht mehr in Anspruch nehmen, wie etwa die Brille oder den Heilpraktiker. Wie hoch fällt die Kostenersparnis im Vergleich zu den fehlenden Leistungen aus? Bei geringen Beträgen sollten Sie den Wechsel in den Basistarif nochmals gründlich überdenken.

3. Antragstellung:
Da es sich um einen Basistarif handelt, wird auf eine erneute Gesundheitsprüfung verzichtet. Drucken Sie alle Unterlagen aus und schicken Sie diese fristgerecht zu.

4. Kündigung der alten Versicherung:
Beim Anbieterwechsel ist eine Kündigung erforderlich. In diesem Fall verlieren Sie einen beachtlichen Teil Ihrer Altersrückstellungen. Besser ist es, bei Ihrem alten Versicherer zu bleiben, abhängig von der Höhe der Rückstellungen.

5. Nachweis der Vorversicherung:
Ein neuer Versicherer benötigt diesen Nachweis, damit unnötige Wartezeiten entfallen. So können Leistungen direkt in Anspruch genommen werden.

Was gilt es beim Wechsel zu beachten?

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Sofern die Beiträge zu teuer ausfallen, kann die Prämie unter bestimmten Regelungen um die Hälfte reduziert werden (§ 9 SGB II). Wem selbst das zu viel ist, sollte Unterstützung beim Sozialamt oder beim Versicherungsträger beantragen. Es winkt ein Zuschuss von bis zu 125 Euro. Der Versicherte muss nur noch ein Viertel der ursprünglichen Kosten selber bezahlen.

Die private Krankenversicherung muss Ihnen die Möglichkeit für Selbstbehalte anbieten. Das können 300, 600, 900 oder 1.200 Euro sein. So sinken die monatlichen Beiträge, was den finanziellen Spielraum erhöht. Der Versicherte ist bis zu 3 Jahre an den gewählten Selbstbehalt gebunden. Ein großer Vorteil der PKV besteht in der Auswahl der Leistungen. Diesen Umstand sollten Sie auch im Basistarif zunutze machen. Schließen Sie die Zusatzversicherungen ab, die Sie für wichtig erachten.

Privatversicherte sollten ihre Rückstellungen niemals aus den Augen verlieren. Wer innerhalb der gleichen Gesellschaft wechselt, nimmt sie in vollem Umfang mit. Die Altersrückstellungen sind wichtig, um Ihre Beiträge im hohen Alter konstant zu halten. Sonst steigen sie deutlich an und entwickeln sich zur Kostenfalle. Ein Wechsel der PKV lohnt sich meistens nur für junge Versicherte mit geringen Rückstellungen.

Schwierigkeiten bei der Kostenerstattung

Der Basistarif der privaten Krankenversicherungen deckt ein niedriges Niveau an Leistungen ab. Deshalb bleiben viele Patienten auf einem Teil ihrer Arztrechnungen sitzen. Einige Ärzte verweigern die Behandlung, da sie nur den 1,7-fachen Satz der GOÄ berechnen dürfen. Daher ist der Wechsel in einen Normaltarif häufig die bessere Option. Selbst ein leistungsschwacher Einsteigertarif kann sich schnell bezahlt machen.

Wer sich für den Wechsel in den Basistarif seiner PKV entscheidet, riskiert später hohe Beiträge. In der Regel ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich, um wieder in einen leistungsstarken Tarif zu wechseln. Einige Versicherer berechnen gesonderte Risikozuschläge. Manchmal können Sie die Beiträge senken, indem Sie bestimmte Leistungen ausschließen.