Krankenversicherung in Lebensgemeinschaft: Partner mitversichert

Auch nicht-eheliche Lebensgemeinschaften können von dem Vorteil profitieren, dass der Hauptverdiener seinen Partner mitversicht. Dabei gibt es sich jedoch grundlegende Unterschiede zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung.

Hinweis: Grundsätzlich gilt der Begriff „Lebenspartner“ nach der dem Prinzip der „eingetragenen Lebensgemeinschaft“ und dem „Lebenspartnergesetz“ für verschiedengeschlechtliche und gleichgeschlechtliche Beziehung.

Mitversicherung von Lebenspartnern in der GKV

Für gesetzlich Versicherte kann im Fall der Mitversicherung eines Lebenspartners günstiger sein als eine private Krankenversicherung. Dies liegt daran, dass eine eingetragene Lebensgemeinschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung genauso behandelt werden wie Ehepartner.

Zur Inanspruchnahme von Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung durch eine Mitversicherung muss der Lebenspartner folgende Voraussetzungen erfüllen:


  • Bei der Partnerschaft handelt es sich um eine eingetragene Partnerschaft.
  • Das Gesamteinkommen des Partners liegt nicht höher als 405 Euro.
  • Geht der Partner einer geringfügigen Beschäftigung nach, darf das monatliche Einkommen 450 Euro nicht überschreiten.
  • Ist der Partner als Beamter versicherungsfrei, ist eine Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse nicht möglich.
  • Eine hauptberufliche Selbstständigkeit stellt ebenfalls ein Ausschlussgrund dar.
  • Besteht bereits eine private Krankenversicherung, ist eine Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse nicht möglich.

Im Falle einer Mitversicherung eines Lebenspartners kommt das Modell der Familienversicherung zum Tragen, die bei der gesetzlichen Krankenkasse zu beantragen ist. In diesem Fall erhält der kostenlos Mitversicherte mit Ausnahme des Krankengeldes die gleichen Leistungen wie der Hauptversicherte. Die gesetzliche Krankenversicherung unterscheidet nicht zwischen Ehe und eingetragener Partnerschaft, da diese nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz der Ehe rechtlich gleichgestellt ist.

Geringer Zusatzbeitrag für Mitversicherung in der GKV

Paar in Lebensgemeinschaft
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Ob die Mitversicherung für den Lebenspartner kostenlos ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Grundsätzlich berechnet die gesetzliche Krankenkasse für die Mitversicherung einen Zusatzbeitrag in Höhe von 3,4% der Beitragsgrundlage.

Dieser Beitrag entfällt, wenn der eingetragene Partner sich zum Zeitpunkt der Mitversicherung um die Erziehung der im gemeinsamen Haushalt lebenden Kinder widmet. Ein weiterer Grund für den Wegfall des Zusatzbeitrags ist eine mindestens vier Jahre andauernde Widmung der Kindererziehung in der Vergangenheit.

Weitere Gründe, die den Wegfall des Zusatzbeitrages nach sich ziehen, ist die Pflegebedürftigkeit des mitversicherten Lebenspartners.

Der Lebenspartner in der privaten Krankenversicherung

Grundsätzlich gilt in der privaten Krankenversicherung: Für jeden Versicherten muss ein eigener Vertrag abgeschlossen werden. Die Anwendung des Grundsatzes der individuellen Versicherung bezieht sich auf Kinder, Lebenspartner und Ehegatten.

Diese Individualität schließt die Mitversicherung in der privaten Krankenversicherung, wie sie die gesetzliche Krankenkasse bereithält, aus. Daher ist es auch unerheblich, ob es sich um eine Ehe, eine eheähnliche Lebensgemeinschaft oder eine eingetragene Lebensgemeinschaft handelt.

Privat Versicherte: Optionen des Lebenspartners

Für Lebenspartner privat Versicherter stehen nur zwei Optionen zur Auswahl. Sie entscheiden sich für einen der preisgünstigen Basistarife der privaten Krankenversicherung oder sie versichern sich freiwillig in der GKV. Dabei müssen in jedem Fall gewisse Voraussetzungen erfüllt sein.

Der Mindestbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung bei freiwilliger Versicherung orientiert sich (Stand 2016) an einem fiktiven Einkommen von 968,33 Euro. Daraus ergibt sich ein Krankenkassenbeitrag von monatlich 137,57 Euro zusätzlich des Zusatzbeitrages und der Pflegeversicherung.

Für den Basistarif der privaten Krankenversicherer, die in ihrer Leistung dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen entsprechen, gilt unabhängig vom Einkommen und vom Gesundheitszustand eine maximale Beitragshöhe von 665,29 Euro monatlich (Stand 2016).

Wer hat Zugang zum Basistarif der PKV?

Folgender Personenkreis kann sich für den Basistarif entscheiden:

  • Alle seit dem 31. Dezember 2008 freiwillig gesetzlich versicherten Personen innerhalb von sechs Monaten nach Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft.
  • Personen mit Wohnsitz in Deutschland, die keiner gesetzlichen Krankenversicherungspflicht unterliegen und keine Transferleistungen wie Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.
  • Beihilfeberechtigte zur Ergänzung des Versicherungsschutzes
  • In Deutschland lebende privat Versicherte können in den Basistarif wechseln, wenn sie ihren aktuellen Versicherungsvertrag vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben.

Besteht bereits eine private Krankenversicherung, die vor erstmals vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurde, kann unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls in den Basistarif gewechselt werden.