Die Krankenkassenbeiträge für freiwillig GKV Versicherte in 2016

Bei der Überschreitung der Versicherungspflichtgrenze innerhalb der GKV oder als Selbständiger besteht die Möglichkeit freiwillig gesetzlich versichert zu bleiben. Dabei gelten besonders für Selbständige bestimmte Regelungen für die Berechnung der Krankenkassenbeiträge.

Mann mit Geld
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Ob sich eine solche freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse lohnt, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Wer sich jung selbständig macht, hat in der Regel noch keine Familie und muss nur sich selber versichern. Außerdem bieten Krankenkassen bei einem Eintritt in jüngeren Jahren deutlich günstigere Konditionen an. Wer sich dagegen später im Leben entschließt, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, hat häufig schon Frau und Kinder.
Für den Fall eines Wechsels zu einer privaten Krankenversicherung müssten dann alle Familienmitglieder einzeln versichert werden. Außerdem würden die Kosten für eine private Krankenversicherung aufgrund des höheren Lebensalters deutlich größer sein. Gerade zu Beginn der Selbständigkeit sind die Einkünfte oft nicht besonders hoch. Auch hier bietet eine gesetzliche Krankenkasse in soweit Vorteile, als sich die Höhe der Beiträge nach dem erzielten Einkommen bemisst.

Beitragsermittlung für Selbständigen in der GKV

Wie bereits gesagt ergibt sich die Beitragshöhe bei der GKV aus den erzielten Einkünften. Anders als bei Angestellten werden hierbei im Falle von Selbständigen alle Einkunftsarten heran gezogen. Während man also als Angestellter lediglich einen Beitrag auf Grundlage des Arbeitsentgelts zahlt, werden bei Selbständigen auch Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie aus Vermietung und Verpachtung mit zur Berechnung der Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse heran gezogen. Dies Summe dieser Einkünfte bildet die Grundlage für die Berechnung der Beiträge.

Beitragssätze, Mindesteinkommen und JAEG

Der allgemeine Beitragssatz ist auf 14,6% gesetzlich festgesetzt. Darüber hinaus haben die gesetzlichen Krankenkassen die Möglichkeit, Zusatzbeiträge zu erheben. Im bundesweiten Durchschnitt liegen diese Zusatzbeiträge bei knapp und einem Prozentpunkt. Bei Selbständigen, die sich freiwillig in der GKV versichern wollen, wird von einem Mindesteinkommen von 2.178,75 Euro ausgegangen was auf Grundlage des allgemeinen Beitragssatzes Krankenversicherungskosten von mindestens 318,10 Euro im Monat nach sich zieht.

Sofern nachgewiesen werden kann, dass die tatsächlichen Einkünfte niedriger sind, können die Beiträge allerdings entsprechend gesenkt werden. Das Mindesteinkommen das in Ansatz gebracht wird liegt bei 968,33 Euro. Dies entspräche monatlichen Mindestbeiträgen von 141,38 Euro zuzüglich der jeweiligen Zusatzbeiträge. Gleichzeitig gibt es mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze auch eine Obergrenze für die Beiträge. Alle Einkünfte die über 56.250 Euro pro Jahr liegen, werden für die Berechnung für die gesetzlichen Krankenkassenbeiträge nicht heran gezogen.


Besonders wichtig: nicht die Frist versäumen

Formel zur Beitragsberechnung
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Wer sich aus einem Angestelltenverhältnis heraus selbständig macht, war im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bisher zumeist pflichtversichert. Nach dem Austritt aus dem Arbeitsverhältnis wird diese Versicherung nicht automatisch fortgeführt, weil keine Beiträge mehr geleistet werden. Dies hat zur Folge, dass man sich rechtzeitig um eine Fortsetzung der Mitgliedschaft in GKV bemühen muss, sofern man sich in dieser freiwillig weiter versichern möchte. Der Gesetzgeber hat hierfür eine Frist von zwei Monaten vorgesehen.

Zwar besteht aufgrund der allgemeinen Krankenversicherungspflicht in der Regel auch später noch die Möglichkeit, dies nachzuholen. Allerdings ist diese Vorgehensweise mit einem deutlich höheren Aufwand verknüpft, weil es sich in diesem Fall nicht um die Fortführung eines bestehenden Mitgliedschaft sondern eine Neuanmeldung handelt, für die wiederum bestimmte Voraussetzungen gegeben sein müssen. Wer nach dem Eintritt in die Selbständigkeit gesetzlich krankenversichert bleiben möchte, sollte deshalb möglichst zügig die hierfür notwendigen Schritte in die Wege leiten.

Eine Beispielrechnung:

Der Einfachheit halber gehen wir davon aus, dass Herr Mustermann keine Einkünfte aus Kapitalvermögen bzw. Vermietung und Verpachtung bezieht. Sofern Herr Mustermann keine Kinder haben sollte käme bei der Pflegeversicherung ein Aufschlag von 0,25 Prozentpunkten hinzu.

Einkünfte aus Gewerbebetrieb (brutto): 3.500,00 Euro pro Monat
Allgemeiner Beitragssatz (14,6%): 511,00 Euro pro Monat
Zusatzbeitrag (0,9%): 31,50 Euro pro Monat
Pflegeversicherung (2,35%): 82,25 Euro pro Monat

Gesamtkosten für die freiwillige Versicherung: 624,75 Euro pro Monat