Gesetzlich freiwillig versichert: Mindestbeitrag & max. Beitrag

Wer über eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung nachdenkt, sollte sich natürlich auch über die Beiträge informieren. Dabei gelten für die verschiedenen Personengruppen differenzierte Regelungen, die zu verschiedenen Mindest- und Maximalbeiträgen führen.

Grundsätzliche Beitragsregelung

freiwillig versichert
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Grundsätzlich richtet sich auch bei der freiwilligen GKV-Mitgliedschaft die Beitragshöhe nach dem Einkommen. Danach ist der allgemeine Beitragssatz von 14,6% auf die jeweils relevanten Einkünfte anzuwenden. Bei Selbständigen kann ein verminderter Beitragssatz von 14,0% zur Anwendung kommen, wenn auf den Krankengeldanspruch verzichtet wird. Zusätzlich fällt immer noch der Zusatzbeitrag an, der von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich ist.

Besserverdienende Arbeitnehmer

Arbeitnehmer, deren Einkommen jenseits der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, haben die Wahl, ob sie sich privat krankenversichern wollen oder freiwillig in der GKV bleiben. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt 2017 bei einem Jahreseinkommen von 57.600 Euro.

GKV-Beiträge werden dabei nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze von 52.200 Euro erhoben. Der maximale Beitrag (zzgl. Zusatzbeitrag) beträgt daher dieses Jahr – auf den Monat umgerechnet – 635,10 Euro. Für jüngere Besserverdienende ohne Familie ist oft der Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) die günstigere Lösung. Ansonsten kommt es auf die jeweilige Konstellation an.


Selbstständige

Bei Selbstständigen besteht das Problem, dass die Einkünfte schwanken. Die Beiträge werden daher bei einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung aufgrund der geschätzten Einnahmen auf Basis der letzten Steuererklärung berechnet. Dabei werden auch andere Einkunftsarten – Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung – berücksichtigt. Selbständige müssen außerdem Beiträge zu 100% selbst tragen, da es keinen Arbeitgeberanteil gibt.

Für den maximalen Beitrag gelten 635,10 Euro analog zur Regelung bei Arbeitnehmern. Bei der Berechnung existiert ferner eine Mindestbeitragsregelung. Dabei wird ein fiktives Mindesteinkommen von aktuell 2.231,25 Euro im Monat angenommen, aus dem sich (bei 14,6%) ein monatlicher Mindestbeitrag von 325,76 Euro ergibt. Für Existenzgründer gilt ein niedrigerer Beitrag. Da viele Selbständige weniger verdienen als das fiktive Mindesteinkommen, werden sie durch diese Regelung überproportional belastet. Die PKV kann die günstigere Alternative sein.

Beamte

Bei freiwillig versicherten Beamten gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie bei Arbeitnehmern. Der wesentliche Unterschied im Vergleich zu Angestellten besteht darin, dass es keinen Arbeitgeberzuschuss gibt. In der PKV können Beamte dagegen die Beihilfe ihres Dienstherrn in Anspruch nehmen. Dadurch müssen sie nur noch das „Restrisiko“ versichern und zahlen hier besonders niedrige Beiträge.

Aus diesem Grund ist die PKV für die meisten Beamten die günstigere Alternative. Die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung rechnet sich nur für geringverdienende Beamte, die die kostenlose Familienversicherung beanspruchen können.

Studenten

Studenten, die nicht mehr über die studentische Krankenversicherung oder kostenlos über die Familienversicherung versichert sind, können sich freiwillig gesetzlich oder privat versichern. Dann gilt allerdings für die Beitragsbemessung ebenfalls ein fiktives Mindesteinkommen, das bei derzeit 991,67 Euro monatlich liegt.

Daraus ergibt sich ein Mindestbeitrag von 144,78 Euro. Der Maximalbeitrag dürfte in diesem Fall eher theoretischer Natur sein. In der PKV finden Studenten oft günstigere Tarife mit besserem Leistungsniveau.

Rentner

Rentner, denen die Krankenversicherung der Rentner nicht offensteht, sind auf die freiwillige gesetzliche Versicherung angewiesen. Auch in diesem Fall gilt die Mindestbemessungsgrundlage von 991,67 Euro monatlich und der Höchstbeitrag von 635,10 Euro.

Wie bei Selbständigen müssen Rentner Beiträge nicht nur auf Renten und Versorgungsbezüge, sondern auch auf sonstige Einkünfte leisten. Immerhin übernimmt der Rentenversicherungsträger bei Beiträgen auf die gesetzliche Rente die Hälfte. Der Wechsel in die PKV ist für Rentner in der Regel keine Option.