Familienversicherung: Einkommensgrenze & Voraussetzungen in 2017

Die Familienversicherung bietet Familienmitglieder von gesetzlich versicherten Personen einen kostenlosen Krankenversicherungsschutz. Bestimmte Voraussetzungen und Einkommensgrenze schränken die Mitgliedschaft jedoch ein.

Was ist die „Familienversicherung“?

Familie gemeinsam
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Die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung bedeutet eine deutliche finanzielle Entlastung für Familien und ist auch bei höherem Einkommen oft ein Argument, um weiterhin GKV-Mitglied zu bleiben. Doch nicht jeder gesetzlich Versicherte kann die Familienversicherung nutzen. Denn dafür müssen Voraussetzungen erfüllt werden und sind ggf. auch Einkommensgrenzen zu beachten.

Grundsätzlich bietet die Familienversicherung die Chance, Familienangehörige – Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder – ohne zusätzliche Beiträge, das heißt kostenlos, mitzuversichern. Dadurch bietet die GKV einen echten Vorteil gegenüber der privaten Krankenversicherung, bei der jedes Familienmitglied ggf. extra und damit beitragspflichtig versichert werden muss. Familienangehörige erhalten dabei in der Familienversicherung die gleichen Leistungen wie der „Hauptversicherte“, lediglich der Krankengeldanspruch entfällt.

Voraussetzungen und Einkommensgrenzen

Um die Familienversicherung nutzen zu können, müssen Familienangehörige bestimmte Voraussetzungen erfüllen:


  • das Familienmitglied muss in Deutschland wohnhaft sein, das heißt dort seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt haben. Vorübergehende Auslandsaufenthalte – zum Beispiel wegen eines Praktikums oder eines Studiums – stehen dem nicht entgegen
  • es darf nicht selbst als Arbeitnehmer oder Selbständiger versicherungspflichtig sein. Wenn der Angehörige also selbst in größerem Umfang Geld verdient, kann er die Familienversicherung nicht in Anspruch nehmen, sondern muss sich selbst versichern. Minijob-Inhaber, deren Verdienst nicht über 450 Euro im Monat liegt, dürfen die Familienversicherung trotzdem nutzen. Ansonsten gilt eine Einkommensgrenze von 425 Euro, bis zu der eine Mitversicherung noch möglich ist. Bei Selbständigen wird bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 18 Stunden von einer haupterwerblichen Tätigkeit ausgegangen, die die Nutzung der Familienversicherung ausschließt. Auch Arbeitslose bleiben weiterhin selbst versicherungspflichtig, selbst wenn sie (vorübergehend) kein Erwerbseinkommen erzielen
  • der Angehörige darf nicht versicherungsfrei sein, weil er Beamter oder ein gut verdienender Arbeitnehmer mit einem Gehalt jenseits der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) ist.

Altersgrenzen bei Kindern

Bei Kindern sind bestimmte Altersgrenzen zu beachten. Kinder, die noch nicht selbst arbeiten und Einkommen erwirtschaften, können bis zum vollendeten 23. Lebensjahr in der Familienversicherung mitversichert bleiben. Befinden sie sich noch in der Ausbildung oder im Studium, erhöht sich die Altersgrenze auf 25 Jahre.

Bei zwischenzeitlicher Tätigkeit als Wehr- oder Freiwilligendienstleistender und als Entwicklungshelfer kann die Altersgrenze um weitere zwölf Monate angehoben werden. Bei schweren Behinderungen wird auf eine Altersbegrenzung ganz verzichtet.

Vor allem für Studenten bedeutet die kostenlose Familienversicherung bis zum 25. Lebensjahr einen enormen Vorteil. Auch hier sind allerdings bestimmte Einkommensgrenzen bei Nebenjobs oder Arbeiten während der Semesterferien zu beachten. Es gilt die allgemeine Minijob-Grenze von 450 Euro, ansonsten darf der Monatsverdienst 405 Euro nicht überschreiten. Studenten, die die kostenlose Familienversicherung nicht nutzen können – zum Beispiel, weil sie älter als 25 sind -, steht bis zum 30. Lebensjahr die vergleichsweise günstige studentische Krankenversicherung offen.

Wenn ein Partner privat versichert ist

Schwierig wird es, wenn ein Elternteil in der Familie privat versichert ist. Dann kann die Familienversicherung der GKV für Kinder nur in Anspruch genommen werden, sofern bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Liegt des Einkommen des privat versicherten Partners regelmäßig über dem des gesetzlich Versicherten und ist sein monatliches Gesamteinkommen höher als ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze, kann die Familienversicherung nicht genutzt werden.

Die Jahresarbeitentgeltgrenze liegt 2017 bei 57.600 Euro und wird jährlich neu festgelegt. Ein Zwölftel davon sind 4.800 Euro. Verdient das GKV-Mitglied zum Beispiel 3.000 Euro im Monat und der privat versicherte Partner 5.000 Euro, ist die Familienversicherung nicht einsetzbar Für Kinder muss in diesem Fall eine eigene Krankenversicherung abgeschlossen werden.