PKV mit Reha & Kur: Leistung & Kostenerstattung

Kuren und Maßnahmen der Rehabilitation sind für viele Menschen notwendig, um ernste gesundheitliche Probleme hinter sich zu lassen. Die privaten Krankenversicherung sind hierbei allerdings von der Leistungspflicht befreit. Unter bestimmten Bedingungen zahlen sie aber dennoch.

Kur & Reha: Der Weg zur vollständigen Genesung

Reha Behandlung
© Kzenon / Fotolia

Kuren und Rehabilitationsmaßnahmen dienen der Genesung schwerer Erkrankungen. Oft werden die beiden Begriffe als Synonyme gebraucht, was allerdings streng genommen nicht richtig ist. Kuren dienen dazu, eine Verbesserung des Gesundheitszustands zu erreichen. Durch gezielte Ernährung kann der Körper beispielsweise von Giftstoffen befreit werden. Reha-Programme dienen hingegen der Wiedergewinnung körperlicher Funktionen. Sie sind immer dann notwendig, wenn die Muskeln und Gelenke des Körpers zu lange inaktiv waren – z.B. nach einem schweren Unfall.

Vereinfacht gesagt: Für Muskeln, Gelenke, Bänder und die weiteren Bestandteile des Bewegungsapparats muss man eine Rehabilitation machen, um die ihre volle Funktion wiederherzustellen. Für die inneren Organe, das Gewebe und die Blutbahnen werden Kuren verschrieben. Gemeinsam ist beiden Varianten, dass sie oft nicht ambulant, sondern stationär in besonderen Einrichtungen absolviert werden.

Die privaten Krankenversicherungen müssen nicht zahlen

Generell sind die privaten Krankenversicherungen allerdings nicht verpflichtet, die entsprechenden Kur- und Reha-Maßnahmen (oder Aufenthalte) zu bezahlen. Dies regelt § 5 Absatz 1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVBs) der PKV. In der Leistungspflicht als Kostenträger stehen bei Kuren und Sanatoriumsaufenthalten andere Geldgeber.

Wer muss die Kur oder die Reha bezahlen?

Grundsätzlich stehen folgende Kostenträger in der Pflicht:

  • Deutsche Rentenversicherung Bund
  • Berufsgenossenschaft
  • Unfallversicherung
Reha Darstellung
© Clemens Schüßler / Fotolia

Sollte in einem einem konkreten Fall keiner der Kostenträger  nicht in der Pflicht steht, wandert diese weiter an die Krankenversicherung. Die Berufsgenossenschaft muss Kuren und Reha-Maßnahmen beispielsweise nur dann bezahlen, wenn diese in Verbindung mit der Arbeit stehen (beispielsweise durch die Arbeit notwendig werden). Die Unfallversicherung ist ausschließlich dann zuständig, wenn die Maßnahmen Teil des Therapie- und Heilungsplans in Folge eines Unfalls sind. Der Rentenversicherung Bund steht dann in der Pflicht, wenn die eigene Erwerbsfähigkeit „deutlich gemindert“ ist und dieser Umstand durch eine Kur oder eine Rehabilitation beseitigt werden kann. Ist man selbständig und von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreit, was bei vielen Mitgliedern der PKV der Fall ist, so ist der Rentenversicherung Bund generell nicht zur Zahlung verpflichtet.

So gilt also insgesamt: Eigentlich steht die eigene private Krankenversicherung nicht in der Pflicht. Die Zahl der Fälle, in denen die eigentlichen Geldgeber aber eben doch nicht zur Bezahlung der Kur oder Reha verpflichtet sind, ist jedoch so groß, dass letztlich doch die PKV die Kosten tragen muss.

PKV beteiligen sich oft von allein an den Kosten

Wer seinen Versicherungsvertrag jedoch liest, wird feststellen, dass die private Krankenversicherung nicht selten trotzdem bereit ist, finanzielle Unterstützung für eine Kur oder eine Rehabilitation zu gewähren. Grundsätzlich gilt, dass sie nur bei den geringsten Tarifen dies nicht tut. Die Form der finanziellen Unterstützung kann jedoch unterschiedlich sein.

Zwei Modelle innerhalb der PKV sind für Rehabilitationen und Kuren gängig:

  • Zuschuss zu den Aufenthaltskosten: Nicht immer tragen die anderen Leistungsgeber die Gesamtkosten, sondern zahlen nur vorher definierte Maximalbeträge. Die PKV schließt die Lücke durch eigene Zuzahlungen
  • Tagegeld: Insbesondere Selbstständige entscheiden sich häufig für einen Tarif mit dieser Leistung. Für sie ist schließlich eine Kur (oder eine lange Rehabilitation) wirtschaftlich existenziell bedrohend. Sie können immerhin in dieser Zeit nicht arbeiten und verdienen entsprechend nichts. Das Tagegeld dient als Einkommensersatz.

Wer entsprechende Leistungen bislang nicht in seinem Versicherungsvertrag hat, kann diese meist über Zusatzpolicen hinzubuchen. Dies gilt auch für Versicherte in den GKV, die beispielsweise Tagegeld als Einkommensersatz für lange Sanatoriumsaufenthalte benötigen.

Die meisten Privatversicherungen deckeln Zuzahlungen

Unendlich groß ist die Unterstützung der privaten Krankenversicherungen für Reha- und Kuraufenthalte allerdings nicht. Tatsächlich sind diese zumeist über Höchstbetrage gedeckelt. Kurkosten werden nur bis zu einer Summe X gezahlt. Jene ist häufig an den Betrag gekoppelt, den der eigentliche Leistungsgeber bezahlt. Das Tagegeld ist nicht selten befristet oder besitzt ebenfalls einen Höchstbetrag.
Der Versicherte darf sich dann entscheiden, welche Satzhöhe er in Anspruch nehmen möchte. Ist eine Reha oder eine Kur absehbar, ist es deshalb unbedingt sinnvoll, im voraus mit der PKV zu sprechen, so sich diese an den Kosten überhaupt beteiligt, um das Modell für die bestmögliche Unterstützung seitens der Versicherung zu finden.

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