PKV: Kieferorthopädie Behandlung & Kostenerstattung als Leistung

Wer eine kieferorthopädische Behandlung benötigt, muss mit relativ hohen Kosten rechnen. Private Krankenversicherungen übernehmen diese Kosten in der Regel anteilig oder komplett. Hierbei gibt es jedoch Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sowie den jeweiligen Tarifen.

Was versteht man unter der Kieferorthopädie?

Die Kieferorthopädie ist ein Teilbereich der Zahnmedizin, bei der es grundsätzlich darum geht, Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer zu erkennen und zu behandeln. Auch die Vorbeugung von Fehlstellungen sowie die Erkennung von Krankheiten, die durch Fehlstellungen im Mundraum entstehen, fallen in diesen Teilbereich der Zahnmedizin.

Kieferorthopädie Behandlung
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Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung in der Regel nur für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, und auch nur dann, wenn entsprechende Richtlinien erfüllt werden beziehungsweise eine bestimmte medizinische Indikation vorliegt. Wer nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied, sondern bei einer privaten Krankenversicherung ist, stellt sich natürlich ebenfalls die Frage, welche Kosten auf ihn zukommen.

Eine Behandlung beim Kieferorthopäden kann aus medizinischen, aber auch ästhetischen Gründen erfolgen. Ein schiefes Gebiss empfinden viele Menschen als nicht besonders ansprechend. Zudem können Fehlstellungen zu gesundheitlichen Problemen führen. Schief stehende Zähne erschweren die Mundhygiene, können zu Störungen der Muskulatur im ganzen Körper führen und verursachen häufig Zahnfleischprobleme. Bei der kieferorthopädischen Behandlung kommt es daher auf eine optische und medizinische Korrektur von Zähnen und Zahnfleisch an.

Eine ganz typische Behandlung in der Kieferorthopädie ist die Zahnspange. Die Kosten für eine Zahnspange richten sich nach Art und Dauer der Behandlung. Bei Zahnspangen stehen verschiedene Materialien sowie Verfahren zur Verfügung. Handelt es sich um eine Behandlung von kurzer Dauer und müssen nur Teile des Kiefers behandelt werden, kann man mit Kosten ab 1.000 Euro rechnen. Für umfangreichere Behandlungen fallen locker 5.000 Euro und mehr über den gesamten Behandlungszeitraum an.

Was leistet die PKV bei kieferorthopädischen Behandlungen?

Bei privaten Krankenversicherungen werden die einzelnen Leistungen zumeist einzeln aufgeführt. Das heißt, Interessenten können sich anhand der Übersichten über die einzelnen Tarife der jeweiligen PKV über die Bausteine informieren. Einige private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Kieferorthopädie nur für Kinder und Jugendliche. Dies ist häufig sinnvoll, da eine Behandlung beim Kieferorthopäden möglichst frühzeitig erfolgen sollte.

Allerdings verspüren auch immer mehr Erwachsene den Wunsch nach perfekten, geraden Zähnen. Wurde eine solche Behandlung in jungen Jahren versäumt, kann dies heute nachgeholt werden. Wer auf eine Behandlung im Erwachsenenalter Wert legt, sollte darauf achten, dass die PKV der Wahl hierfür die Kosten übernimmt. In welchem Umfang die Kosten für eine kieferorthopädische Therapie übernommen werden, hängt von der PKV sowie dem gewählten Tarif ab. Auch die Art der Behandlung kann eine Rolle spielen.

Übernommen werden in der Regel Kosten für übliche Kkieferorthopädische Leistungen wie:

  • Korrektur von Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne
  • Behandlung von Kiefer und Zähne nach einem Unfall
  • Funktionsstörungen von Zähnen und Kiefer
  • Korrektur eines Überbisses
Kieferorthopädie Beratung
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Bei der Kostenübernahme spielt der gewählte Tarif innerhalb der privaten Krankenversicherung eine wichtige Rolle. Viele private Krankenversicherungen bieten neben einem Basistarif Komfort- und Premiumtarife an. Bei den Basis- und Komforttarifen werden zumeist zwischen 60 und 85 % der Behandlungskosten von der PKV übernommen. Im Premiumtarif sind auch Kostenübernahmen von bis zu 100 % möglich.
Zu beachten ist hierbei, dass die Krankenversicherungen trotz dieser Prozentangaben jährliche Höchstbeträge festlegen. Es ist auch möglich, dass die versicherte Person erst einige Jahre in der Versicherung versichert sein muss, ehe ein Anspruch auf Kostenübernahme für kieferorthopädische Behandlungen besteht.

Anders als gesetzlich Versicherte müssen in der PKV Versicherte zumeist kein Bonusheft führen und damit die regelmäßige zahnärztliche Behandlung belegen. Allerdings verlangen auch private Krankenversicherungen einen Behandlungsplan. Wer vorab abklären möchte, in welcher Höhe die Kosten übernommen werden, lässt sich einen Behandlungsplan von seinem Kieferorthopäden erstellen. Dieser Behandlungsplan muss vom Versicherten bei der PKV eingereicht werden.

Darauf ist bei einer PKV zu achten:

  • Der Versicherte sollte einen Behandlungsplan erstellen lassen und der PKV vorlegen
  • Der Behandlungsplan muss die medizinische Notwendigkeit der Behandlung belegen
  • Altersgrenzen und Prozentsätze sowie Höchstbeträge berücksichtigen

Beispiel für die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung:

Ein Mann, 35 Jahre alt, hat eine starke Fehlstellung der Zähne. Er stellt zunehmend fest, dass ihm die tägliche Mundhygiene schwerfällt und es zu immer größeren Problemen durch die Fehlstellung kommt. Er möchte eine kieferorthopädische Behandlung in Anspruch nehmen und lässt sich einen Behandlungsplan von seinem Kieferorthopäden erstellen. In diesem Behandlungsplan werden die einzelnen Behandlungsschritte und geplanten Maßnahmen inklusive der jeweiligen Kosten genau aufgeführt. Der Kieferorthopäde bestätigt für die Kostenübernahme durch die PKV die medizinische Notwendigkeit der Behandlung. Der 35-Jährige möchte seine Fehlstellungen möglichst unsichtbar korrigieren lassen und wählt daher eine an den Innenseiten der Zähne liegende Zahnspange. Aufgrund dieses Verfahrens und der Dauer der Behandlung fallen Kosten von 10.500 Euro an.

Rechenbeispiel: Seine gewählte Krankenversicherung übernimmt 80 % dieses Betrags. 8.400 Euro trägt also die PKV. Die restlichen Kosten in Höhe von 2.100 Euro muss der Patient selbst bezahlen. Wer auch diese restlichen Kosten nicht selbst tragen möchte, muss sich nach einem Tarif umsehen, bei dem 100 % der Behandlungskosten übernommen werden.

Tarifbeispiel bei der HUK-COBURG:

Wer sich für eine private Krankenversicherung bei der HUK-COBURG entscheidet und den Komfort-Tarif wählt, kann mit einer Kostenübernahme für kieferorthopädische Behandlungen von 80 % rechnen. Eine Kostenübernahme von 90 % für Material- und Laborkosten erfolgt bei Nutzung eines Partners. Die Partner erfahren Versicherte über eine Service-Hotline der HUK-COBURG. Eine Altersbegrenzung für kieferorthopädische Behandlungen gibt es beim Komfort-Tarif der HUK-COBURG nicht.

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