PKV Leistung: Heilpraktikerbehandlung & Kostenerstattung

Der Wunsch nach alternativer Medizin ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Immer mehr Menschen finden Vertrauen in der chinesischen Medizin, in der Homöopathie oder auch in Behandlungs durch einen Heilpraktiker oder Naturheilkundler. Diesem Wunsch gehen nun zunehmend auch die privaten Krankenversicherung nach und bieten die Kostenerstattung von Heilpraktikerbehandlungen als Leistungen an.

Wer in der privaten Krankenversicherung ist, genießt hier eindeutig einige Vorteile gegenüber einer gesetzlichen Krankenkasse. Diese übernimmt die Kosten für einen Heilpraktiker nicht.
Allerdings ist auch in der PKV der Tarif entscheidend, wenn es um die Kostenübernahme einer Heilpraktikerbehandlung geht.

Was versteht man unter einer Heilpraktikerbehandlung?

Heilpraktiker mit Patientin
© Hetizia / Fotolia

Eine Heilpraktikerbehandlung erfolgt auf der Grundlage eines Heilpraktikers und nicht auf der Grundlage eines Schulmediziners. Natürlich ist der Beruf vom Heilpraktiker in Deutschland anerkannt. Jedoch ist für die Ausübung kein Medizinstudium zu absolvieren. Als Grundlage der diversen Behandlungen dient die Alternative Medizin. Das ist der entscheidende Faktor. Die steigende Nachfrage nach alternativen Behandlungsmethoden hat dazu geführt,  das immer mehr private Krankenversicherungen die Behandlung durch einen Heilpraktiker in den Leistungskatalog aufgenommen haben.

Wie genau sehen diese Leistungen innerhalb der PKV aus?

Grundvoraussetzung für die Übernahme der Kosten und den Leistungserhalt ist die Notwendigkeit der Behandlung. Es muss also nachgewiesen werden, dass der Heilpraktiker aufgrund gesundheitlicher Beschwerden aufgesucht wurde.

Auch gibt es häfugi Unterschiede zwischen einzelnen Tarifen innerhalb einer privaten Krankenversicherung. In der Regel sind höhere Tarifmodelle, wie Komfort oder auch Premium eher dafür bekannt, die Kosten für eine Heilpraktiker Behandlung zu übernehmen. Sinnvoll ist es zudem sich zu informieren, welche Art von alternativer Medizin im Leistungskatalog der jeweiligen Versicherung enthalten ist. Nicht alle privaten Krankenkassen übernehmen die komplette Bandbreite an alternativen Heilmethoden.

Es gibt zwei verschiedene Verzeichnisse, nach denen die Kosten abgerechnet werden. Dies ist einmal das sogenannte Hufelandverzeichnis und zum anderen die Gebührenordnung für Heilpraktiker. Ein Großteil der Krankenkasse zieht meist beide Verzeichnisse zur Kostenberechnung heran. Es ist jedoch von Vorteil sich im Vorfeld zu informieren, welches Verzeichnis tatsächlich herangezogen wird. Dies beugt in jedem Fall Missverständnissen vor.

Wann können die Leistungen in Anspruch genommen werden?

Grundvoraussetzung ist hier natürlich, dass im Leistungskatalog der PKV die Behandlung bei einem Heilpraktiker enthalten ist. Zudem muss man als Versicherter nachweisen, dass eine Behandlung notwendig ist und medizinisch begründet.

Einige private Krankenversicherung bieten nur einen geringen Anteil der Kostenübernahme an. Es ist daher meist besser, bereits vor Abschluss der jeweiligen Versicherung einen Blick darauf zu werfen, in wie weit die Heilpraktikerbehandlungen enthalten sind. Es gibt inzwischen unter den privaten Versicherungen eine Vielzahl, die sich regelrecht auf die alternative Medizin spezialisiert haben.
Bevor eine Behandlung begonnen wird, ist es ratsam mit der Versicherung noch einmal Absprache zu halten.

Wie kann diese Leistung innerhalb eines Tarifes eingestuft werden?

Heilpraktikerbehandlung Akupunktur
© Björn Wylezich / Fotolia

Wenn man sich im Vorfeld für eine private Krankenversicherung entscheidet, die ihr Augenmerk auf die alternative Medizin gerichtet hat, kann man ggf. sogar im Basistarif davon ausgehen, dass die Kosten wenigstens anteilig übernommen werden.
In den klassischen Versicherungen hingegen ist die Heilpraktikerbehandlung zum Teil nur in den höheren Tarifen wählbar.
Bei einem Premium-Tarif beispielsweise werden deutlich mehr Kosten übernommen oder aber die Jahreshöchstgrenze ist viel weiter oben angesetzt, als bei einem einfachen Tarif.

Die Heilpraktikerbehandlung ist jedoch keine Sonderleistung oder aber eine zusätzliche Tarifleistung, welche gesondert abgeschlossen werden muss. Wie bereits erwähnt ist es ratsam sich vor dem Vertragsabschluss an die PKV seiner Wahl zu wenden, um abzuklären, ob diese alternative Behandlungsmethoden akzeptieren.

Wie hoch können die Kosten wirklich werden?

Hier kann selbstverständlich keine pauschalisierte Antwort gegeben werden, da die Höhe für die Übernahme der Kosten vom jeweiligen Tarif abhängt.
Die meisten PKVs übernehmen den einfachen Satz der Gebührenordnung für Heilpraktiker.
In höheren Tarifen jedoch kann die Kostenübernahme durchaus bei einem 2,5-fachen des einfachen Satzes liegen.

Ein Vergleich der PKV-Tarife innerhalb der Versicherung lohnt sich in jedem Fall, da teilweise in einem Premium-Tarif bereits die volle Übernahme der Behandlungskosten übernommen werden.

Detailliert kann eine Kostenübernahme für eine Heilpraktiker Behandlung bei einer privaten Krankenversicherung wie folgt aussehen:

  1. die Versicherung setzt eine Höchstgrenze fest, die gezahlt wird
  2. es liegt eine Beschränkung zwischen 50% und 80% der Kostenübernahme vor
  3. einige Versicherungen staffeln die Höhe der Kostenübernahme jährlich, so dass im Laufe der Versicherungszeit mehr Kosten übernommen werden

Die Höchstgrenze legt vertraglich fest, bis zu welcher Summe im Kalenderjahr ein Versicherungsnehmer die Kosten für eine Heilpraktiker Behandlung einreichen darf. Fallen weitere Kosten bei einem Heilpraktiker an, so muss man selber für die Rechnungen aufkommen.

Grundsätzlich gilt: Je höher der Tarif, um so mehr wird von der Versicherung übernommen!

Faustregel:
Basis Tarife übernehmen meist kaum bis gar keine Kosten für einen Heilpraktiker.
Komforttarife hingegen zwischen 50% und schon mal 85%.
Premium Tarife erstatten 85% bis sogar 100% der Kosten.

Beispiel: Wie die Übernahme einer Heilpraktikerbehandlung aussehen?

Beate Z. Möchte sich bei einem Heilpraktiker aufgrund ihres chronischen Hustens behandeln lassen. Bei einer privaten Krankenversicherung hat seinen Komfort-Tarif abgeschlossen. Dieser übernimmt 65% der Kosten bis zu maximal 1.500,00 Euro im Jahr.

Für das erste Beratungsgespräch verlangt er 50,00 Euro. Der Heilpraktiker berechnet einen Stundensatz von 95,00Euro für die weitere Behandlung, welche zunächst mit 5 Stunden angesetzt ist.

Rechnung:

50,00 Euro Beratungsgespräch
475,00 Euro für 5 Stunden Behandlung

In der Summe sind das 525,00 Euro. Weitere Kosten fallen nicht mehr an. Frau Z. bekommt die sämtlichen Kosten von ihrer Krankenkasse erstattet.

Barmenia Versicherungstraif als Beispiel:
Im Kompakt-Schutz ist neben dem einfachen Tarif sogar ein Sondertarif wählbar, welcher schlicht weg als „Naturheilkunde“ bezeichnet wird und somit für alle die nach natürlichen Heilmethoden suchen, die optimale Wahl ist. Im Tarifmodell „Top Schutz“ können die Kunden ihren Schutz nach dem sogenannte Baukastenprinzip zusammenstellen. Auch hier gibt es die Leistungen für eine Heilpraktikerbehandlung.

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