Gesetzliche Krankenversicherung: Der Wechsel
Wechsel innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung
Die gesetzliche Krankenversicherung steht grundsätzlich allen Menschen offen.
Können sich Freiberufler und Selbstständige freiwillig
für die Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung
entscheiden, sind viele Arbeitnehmer pflichtversichert. Eine
Versicherung in der privaten Krankenversicherung ist demnach nicht
möglich. Dennoch ist man als Versicherter der gesetzlichen
Krankenversicherung nicht an eine bestimmte Krankenkasse gebunden, denn
es besteht in Deutschland
Wahlfreiheit der gesetzlichen Krankenkasse. Somit ist auch ein Wechsel innerhalb der gesetzlichen Krankenkasse möglich.
Da viele
gesetzliche Krankenversicherungen mittlerweile deutschlandweit agieren, stehen Versicherten für den
Wechsel zahlreiche
verschiedene Möglichkeiten offen.
Obwohl der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenkasse seit 2008
bei einheitlich 14,9% liegt, sind die Unterschiede der Kassen dennoch
enorm. So bieten einige gesetzliche Krankenkassen eine teilweise
Beitragsrückerstattung, wenn keine Versicherungsleistungen in
Anspruch genommen wurden. Auch Zuschüsse für
Vorsorgeprogramme oder aber die Erstattung der Kosten für
alternative Heilmethoden können ein Grund für den Wechsel der
gesetzlichen Krankenversicherung sein. Auch der
Service der Krankenkasse kann sich stark unterscheiden und für viele Menschen ein Grund für den Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung sein.
Die Kündigungsfristen der gesetzlichen Krankenversicherung
Um den
Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung
vornehmen zu können, sind allerdings Kündigungsfristen
einzuhalten. Grundsätzlich ist die Kündigung der gesetzlichen
Krankenversicherung nach Ablauf von 18 Monaten mit einer
Frist von zwei Monaten
möglich. Sofern die Versicherung einen Zusatzbeitrag aufgrund des
Gesundheitsfonds erhebt, besteht sogar ein außerordentliches
Sonderkündigungsrecht von ebenfalls zwei Monaten.
Da die
Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung beim Wechsel
einheitlich bleiben, hat der Wechsel innerhalb der GKV kaum Nachteile.
Um die gesetzliche Krankenversicherung erneut wechseln zu können,
muss jedoch eine Frist von 18 Monaten eingehalten werden.
Wechsel von der GKV in die PKV
Aufgrund der zahlreichen Vorteile, die die
private Krankenversicherung
bietet, streben viele Versicherte den Wechsel von der gesetzlichen
Krankenkasse in die private Krankenversicherung an. Ein Wechsel ist
hier jedoch nur möglich, wenn der Versicherte von der
Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse befreit wurde.
Von der Versicherungspflicht befreit sind nahezu alle
Selbstständigen und Freiberufler, aber auch Arbeitnehmer mit einem
Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (im Jahr 2009 bei
48.600 Euro) sowie Studenten ab dem 30. Lebensjahr können von den
Vorteilen der privaten Krankenversicherung profitieren.
Für den
Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung
muss diese mit einer Frist von zwei Monaten gekündigt werden.
Bereits zum übernächsten Monat kann dann die neue private
Krankenversicherung abgeschlossen werden, die dann zahlreiche Vorteile
bieten kann.
Die Vorteile und Nachteile eines Wechsels zur privaten Krankenversicherung
Versicherte, die für die
gesetzliche Krankenversicherung einen Wechsel zur privaten Krankenversicherung
anstreben sollten bedenken, dass die Beiträge der privaten
Krankenversicherung nicht am Bruttoeinkommen, sondern anhand des
Alters, des Geschlechts sowie eventueller Vorerkrankungen berechnet
werden. Daher können insbesondere junge Menschen bei einem Wechsel
in die private Krankenversicherung sparen. Ältere Menschen jedoch
oder Menschen mit chronischen Erkrankungen hingegen müssen
häufig mit Aufschlägen auf die Versicherungsprämie
rechnen.
Ein vorheriges Angebot der privaten Krankenversicherung, welches vor
der Kündigung eingeholt wird, kann daher Aufschluss geben,
ob der Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung sinnvoll
ist. Zudem ist es möglich, den Versicherungsumfang der privaten
Krankenversicherung selbst zu wählen. Im Gegensatz hierzu bietet
die gesetzliche Krankenversicherung Standardleistungen, die nur durch
den Abschluss privater Zusatzversicherungen erweitert werden
können.
Allerdings ist der Preis der privaten Krankenversicherung auch vom
Versicherungsumfang abhängig, so dass erweiterte Leistungen bei
einem Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung auch hier mit
höheren Prämien bezahlt werden müssen.
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